Projekt Bildungsregion - Konzept Bildungskiste

1. Der Hintergrund des Projekts “Bildungskiste”

Die Stadt Augsburg befindet sich derzeit in der Entwicklung hin zu einer Bildungsregion. Dieses Qualitätssiegel wurde 2012 von Kultusminister Dr. Spaenle initiiert. Ziel einer Bildungsregion ist es Jugendlichen ihre Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten näher zu bringen und sie in ihrem individuellen Bildungsweg zu begleiten. Um dieses Ziel zu erreichen sollen die Schulen, Kommunen, die Jugendhilfe, die Arbeitsverwaltung, die Wirtschaft und andere außerschulische Organisationen zusammenarbeiten. Dabei wurden folgende fünf tragende Säulen für die Bildungsregion entwickelt: es sollen Übergänge, beispielsweise zwischen Grundschule und Gymnasium, organisiert werden und Bildungsangebote miteinander vernetzt werden. Jugendliche in besonderen Lebenslagen sollen gefördert werden. Zudem soll das Bewusstsein für eine Bürgergesellschaft gestärkt und nicht zuletzt die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, angenommen werden.

Bildungsregion Säulen

Diese Entwicklung möchte das Projekt „Bildungskiste“ bei den ersten zwei Säulen unterstützen. Um bestehende Defizite in der Bildungslandschaft in Augsburg feststellen zu können, muss ein Blick in den zweiten Augsburger Bildungsbericht geworfen werden. 2012 fand mit diesem eine Bestandsaufnahme der Daten über die Bildungs- und Schulsituation in Augsburg und deren sozio-ökonomischer Zusammenhänge statt. Er soll die Grundlage sein um über “konkrete Handlungsempfehlungen und Projektabsichten entscheiden zu können”, so Dr. Kurt Gribl (Oberbürgermeister) und Hermann Köhler (Bildungs- und Schulreferent) im Vorwort zum 2. Augsburger Bildungsbericht.

Aus dem Bericht geht hervor, dass sich die Bildungslandschaft in den letzten Jahren stark verändert hat. So ist in den letzten Jahren in Augsburg die Anzahl der Übertritte von Grundschulen auf Gymnasien und Realschulen durch veränderte Übertrittsbedingungen und Bildungsanstrengungen von Kindertagesstätten, Schulen sowie außerschulischen Programmen gestiegen. Dieselbe Tendenz konnte auch für Kinder mit Migrationshintergrund verzeichnet werden. Auch die Jugendsozialarbeit an Schulen wurde weiter ausgebaut.  

Trotzdem ist dem Bildungsbericht zu entnehmen, dass es immer noch Defizite im Bereich von Bildungsangeboten in Augsburg gibt.

“Bildung ist mehr als Schule” dieser Leitsatz der europäischen Kommission (2001) deutet auf die Bedeutung von non-formalen und informellen Bildungsangeboten hin, die neben den formalen Bildungsangeboten der Bildungs- und Berufsbildungseinrichtungen eine wichtige Rolle für das lebenslange Lernen der Bürger_innen und die Bildung einer reifen Persönlichkeit spielen. Tatsächlich finden geschätzte 70% aller Bildungsprozesse nicht in formellen Einrichtungen statt (2. Augsburger Bildungsbericht, S. 24).

Doch obwohl der non-formalen und informellen Bildung eine besondere Bedeutung in der Bildungsteilhabe zukommt, wird laut Bildungsbericht dieser Art von Bildung immer noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, während die formelle Schulbildung überschätzt wird. Denn gerade im Freizeitbereich können Kinder und Jugendliche mit Spaß wichtige Kompetenzen erwerben. Dies kann zum Beispiel durch Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, die ein sehr wichtiger und ganzheitlicher Beitrag zur Bildung sind, erfolgen. Jedoch erreichen diese Angebote nicht alle Augsburger Stadtteile gleichermaßen. In Vierteln mit einem hohen Sozial- und Bildungsindex werden diese Angebote weniger angenommen. Ein hoher Sozial- und Bildungsindex bedeutet hierbei, dass die Rahmenbedingungen für eine Bildungsteilhabe schlechter sind. Ein niedriger Sozial- und Bildungsindex bedeutet also gegenteilig, dass Bildung besser angenommen werden kann bzw. die Voraussetzung Bildung zu erwerben besser ist.

Für Augsburg lässt sich dies beispielsweise für das Ferienprogramm “Tschamp” sowie für die Angebote des Stadtjugendrings belegen. In Vierteln mit einem hohen Sozial- und Bildungsindex ist der Nachfragequotient für  diese Angebote bis auf wenige Ausnahmen schlechter, gleichzeitig gibt es aber auch weniger Angebote.

Sozial-und Bildungsindex

Einen Sonderfall hierzu bilden die Jugendhäuser. Sie sind gerade in Vierteln mit schlechten Rahmenbedingungen für Bildungsteilhabe angesiedelt (hoher Sozial- und Bildungsindex). Somit kommt ihnen in Augsburg eine besondere Bedeutung in der Bildungsteilhabe zu.

Der Sozial- und Bildungsindex bedingt also die Annahme von informellen Bildungsangeboten. Zudem steht die Bildungsteilhabe in direktem Zusammenhang mit dem sozioökonomischen Status.

Aus dem Bildungsbericht ergeben sich demnach folgende für das vorliegende Konzept relevante Sachverhalte:

1) In Stadtteilen mit einem hohen Sozial- und Bildungsindex werden informelle und non-formale Bildungsangebote weniger angenommen.

2) Die Bedeutung von informellen und non-formalen Bildungsangeboten wird unterschätzt.

3) Jugendhäusern kommen in Vierteln mit einem hohen Sozial- und Bildungsindex eine wichtige Rolle zu.

4) Der sozioökonomische Status ist ausschlaggebend für die Bildungsteilhabe.

Es lässt sich also auch vermuten, dass nicht nur die Angebote nicht angenommen werden, sondern eventuell gar nicht wahrgenommen werden. Dementsprechend muss von einem Informations- und Bildungsberatungsdefizit ausgegangen werden. An dieser Stelle soll das Projekt „Bildungskiste“ die Lücke füllen.

1.1 Die Projektidee

Das Projekt “Bildungskiste” stellt eine wissensbasierte Form des Service Learning dar. Dieses beinhaltet, dass Studierende mit Unternehmensführungen oder Einrichtungsleitungen kooperieren und dabei konzeptionelle und Management-orientierte Projekte durchführen. Die Hauptaufgabe der Bildungskiste war es, ein Konzept für ein niederschwelliges Bildungsberatungsangebot in den Räumlichkeiten des Jugendhaus Kosmos im Univiertel zu entwerfen, das letztlich der Stadt Augsburg als potentiellem Geldgeber vorgelegt werden kann. Hierbei bietet sich das Univiertel als Standpunkt an, zum einen wegen des Jugendhaus Kosmos und zum anderen, weil das Viertel einen hohen Sozial- und Bildungsindex aufweist. Wie aus dem Bildungsbericht hervorgeht soll der Fokus auf bildungsferne und benachteiligte  Familien gelegt werden, also Familien mit einem schwachen sozioökonomischen Hintergrund.

Die Bildungskiste bringt mit ihrer niederschwelligen Ausrichtung einen Vorteil gegenüber herkömmlichen Beratungsangeboten in Schulen oder städtischen Ämtern, die oft von Bürokratie geprägt sind. In der Bildungskiste sollen die Ratsuchenden auf gleicher Augenhöhe beraten werden. Wenn also Eltern unsicher über die Schullaufbahn ihrer Kinder sind oder Fragen zu informellen oder non-formalen Bildungsangeboten haben, können sie diese Informationen in einer ruhigen Atmosphäre ohne Termin und ohne Zwang erhalten. Durch die Bildungskiste werden sowohl Übergänge begleitet, als auch Bildungsangebote miteinander vernetzt.

1.2 Kooperation

Die Zusammenarbeit setzte sich aus den Studierenden, den Projektpartnern und den Kooperationspartnern zusammen. Die Projektpartner beziehungsweise Service Partner der Bildungskiste waren Nora Held, Julian Kimmig sowie Ulrike Hilbig. Dies stellt einen Sondefall dar, da erstere gleichzeitig die Seminarleiter des Service Learning Seminars sowie die Betreuer unseres Projekts waren. Bei regelmäßigen Treffen mit ihnen konnten Fragen bezüglich dem aktuellen Stand der Gruppenarbeit und der Vorgehensweise abgeklärt werden.

Die Projektpartner Held und Kimmig

Quelle: https://ml.phil.uni-augsburg.de/projekt/projekt-bildung-durch-verantwortung/

TIPP: Regelmäßige Treffen mit den Projektpartnern führen zu einer guten Überschaubarkeit der Termine und Aufgaben und sind eine hervorragende Möglichkeit  weitere Tipps und  Hinweise zur Arbeit zu erhalten.

Robert Mailer, Repräsentant des Jugenhaus Kosmos, war der Kooperationspartner des Projekts Bildungskiste. Als Experte für das Univiertel konnte er uns wichtige Einblicke in die Strukturen und Besonderheiten des Viertels geben. Diese Anregungen wurden anschließend ergänzend in das Konzept eingearbeitet. Robert Mailer bot zudem an, die Präsentation des Berichts auf persönlichem Weg an den Zuständigen der Stadt Augsburg weiterzugeben. Um einen Eindruck von der Arbeit des Jugendhauses zu erhalten, wurden wir durch die Räumlichkeiten geführt. Dies half dabei, den Kooperationspartner und dessen bereits bestehendes Angebot vor Ort kennenzulernen.

Kooperations-Partner Robert Mailer

Quelle: http://www.sjr-a.de/jugendhaeuser-einrichtungen/kosmos

TIPP: Um die Kooperationspartner besser kennen zu lernen ist es sinnvoll sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Eine Führung durch die Örtlichkeiten oder Gespräche mit Mitarbeitern vor Ort können dabei sehr hilfreich sein.

 

2. Ziele des Projekts

Die Ziele des Projekts lassen sich in Learning- und Service-Ziele unterscheiden. Während unter Learning-Ziele der geplante Kompetenz-Zuwachs der Lernenden (Studierenden) zu verstehen ist, sind die Service-Ziele die Ziele, die das durchgeführte Projekt erreichen will.

2.1 Learning-Ziele

Die Learning-Ziele wierrum lassen sich in Ziele in Bezug auf die Fachkompetenz sowie überfachliche Kompetenzen unterscheiden.

Bezogen auf das Projekt Bildungskiste beinhaltet die Fachkompetenz bspw. Wissen zu erlangen über:

  • die Bildungslandschaft Augsburgs, aktuelle Situation und Defizite

  • Bildungsberatung und ihre rechtlichen Grundlagen

  • Konzeptentwicklung

Die überfachlichen Kompetenzen, die durch die Arbeit am Projekt Bildungskiste bei den Studierenden gefördert wurden, beinhalten vertiefte Kentnisse in:

  • Projektmanagement

  • Teamfähigkeit

  • soziale Kompetenzen

  • Kommunikationsfähigkeit

2.2 Service-Ziele

Die Bildungskiste verfolgt Ziele auf zwei Ebenen. Auf der einen Seite befinden sich die Ziele, die mit dem Oberbegriff „Ausgleich der Bildungsungerechtigkeit” betitelt werden können. Mit dem Angebot der Bildungskiste sollen die Chancen und die Bedeutung von Bildung besonders bildungsfernen und benachteiligten Familien nähergebracht werden. Dabei ist es sehr wichtig, dass die Bildungskiste als Beratungsstelle möglichst niederschwellig strukturiert ist. Ein Ansatz dafür, das Projekt langfristig niederschwellig zu gestalten, ist die Mobilmachung der Bildungskiste. Hierdurch wäre die Hemmschwelle für eine Beratung ins Univiertel fahren zu müssen abgebaut. Als Beratungsangebot soll die Bildungskiste außerdem als Orientierungshilfe dienen und darüber aufklären, welche informellen und non-formalen  Bildungsangebote in der Stadt Augsburg vorhanden sind.

Auf der anderen Seite hat das vorliegende Projekt konkrete, praktische Ziele im Hinblick auf die eigene Entwicklung. So möchte die Bildungskiste in die Öffentlichkeit treten und als Beratungsangebot wahrgenommen werden. In einem nächsten Schritt ist es allerdings auch bedeutend für das Projekt, Teil der Bildungsregion zu werden und sich als feste Institution in Augsburg zu etablieren. Hier sei das Wort Institution ohne die damit oft zusammenhängenden bürokratischen Hindernisse verwendet. Als letzter Schritt ist auch auf dieser Ebene die Mobilmachung der Bildungskiste als praktisches Ziel zu sehen.

Mindmap der Ziele der Bildungskiste

Tipp: Es ist sehr sinnvoll, sich im Team über die Projektziele klarzuwerden, bevor man konkret mit der Arbeit am Projekt startet. Die Visualisierung der Ziele und ihrer zugehörigen Unterziele in einer Mindmap bietet hier ein hilfreiches Tool.

 

3. Der Projektzeitplan

Für ein gutes Projektmanagement ist es sehr wichtig, sich darüber klar zu werden, welche Aufgaben wann anfallen. Somit hat man stes den Überblick, an welcher Stelle im Projekt man sich befindet, was man bereits geleistet hat und was noch vor einem liegt. Als Werkzeug für das Zeit- und Projektmanagement bietet sich die Erstellung eines Gantt-Diagramms an. Ein Gantt-Diagramm ist die Darstellung eines Balkendiagrammes als Terminplan und liefert einen übersichtlichen Überblick über alle Aufgaben und deren zugehörige Deadlines. Die vertikale Achse des Gantt-Diagramms beinhaltet die Aufgaben sowie bei Bedarf die dazugehörigen Arbeitsschritte, aus denen sich die Aufgaben zusammensetzen, die sogenannten work packages. Die horizontale Achse beschreibt den zeitlichen Ablauf dieser work packages. Hierfür werden Balken nach Dauer, Anfangs- und Endpunkt in einen Kalender eingetragen.

TIPP: Ein einfaches Tool für die Erstellung eines Gantt-Diagramms ist Microsoft Excel. Eine Einführung zum Erstellen von individuellen Gantt-Diagrammen finden Sie z.B. hier.
Noch einfacher ist es, bereits fertige Vorlagen aus dem Internet zu nutzen.

Für die Erstellung des Gantt-Diagramms zum Projekt der Bildungskiste haben wir uns etschlossen, das Projekt in den Seminarkontext integriert darzustellen, da die Seminaraufgaben oftmals mit den Projektaufgaben zusammenhängen (Input zu Projektmanagement, Tagebucheinträge, usw.). Daher ist das Diagramm dreigeteilt: Die erste Phase beinhaltet die Einführung in die Seminarinhalte sowie die Projektfindung, in diesem Fall die Bildungkiste. Die zweite Phase ist die Projektphase, in der die Entwicklung des Projekts der Bildungskiste stattfindet. Diese Entwicklung findet in Kooperation mit den Servicepartnern statt. Hierbei sollen regelmäßige Treffen als Werkzeug für Feedback sowie Hintergrundinformationen dienen. Außerdem wird der aktuelle Projektstand festgehalten und weitere Vorgehensweisen besprochen. Die Reflexionssitzung mit Feedback zum Projekt stellt einen Verschmelzungspunkt zwischen dem „Service“-Bereich (Konzeptentwicklung Bildungskiste) und dem „Learning“-Bereich (Seminarinhalte) des Seminars dar. Deshalb wurde sie in die Projektphase integriert. Die dritte Phase läuft parallel zu den ersten beiden Phasen. Sie beinhaltet weitere Seminaraufgaben, wie z.B. die Seminarlektüre und das Bearbeiten der Seminaraufgaben. Zur Steigerung der Übersichtlichkeit werden die Zugehörigkeiten zu unterschiedlichen Projekt- und Seminarbereichen farblich markiert. Diese werden in einer angeführten Legende ersichtlich. Das komplette Gannt-Diagramm kann in den Dateinanhängen heruntergeladen werden.

Ausschnitt aus dem Gannt-Diagramm

TIPP: Oftmals ergeben sich im Laufe des Projekts kleine Änderungen im Zeitplan, z.b. weil Fristen verlängert werden oder Aufgaben sich ändern. Halten Sie in diesen Fällen ihren Zeitplan (z.B. in Form des Gantt-Diagramms) auf dem aktuellsten Stand, um Missverständnissen vorzubeugen.

 

4 Ablauf des Projekts - wichtige Schritte in der Konzeptentwicklung

4.1 Themenvorstellung durch Projektpartner

Beim ersten Treffen mit unseren Projektpartnern wurde uns die Idee der Bildungskiste vorgestellt. Herr Kimmig wies dabei darauf hin, dass Augsburg sich als Bildungsregion bewirbt. Im Rahmen dieser Bildungsregion wurde der 2. Bildungsbericht über Augsburg zu Rate gezogen, der Hinweise auf eventuelle Lücken und Defizite in der Augsburger Bildungslandschaft gab. Mit diesem Hintergrund stellte sich bald heraus, dass besonders Bildungsberatungsangebote in Augsburg selten genutzt werden. An dieser Stelle soll die Bildungskiste einen Lösungsansatz bieten.

4.2 Thematische Auseinandersetzung

Als ersten Schritt hin zur Konzeptentwicklung für die Bildungskiste, mussten wir uns in die Thematik einarbeiten. Dafür galt es zunächst sich klarzumachen, wie ein Konzept für eine soziale Einrichtung überhaupt aussehen kann.

TIPP: Als Vergleich lassen sich Anträge oder Konzeptvorschläge anderer sozialer Einrichtungen nutzen. Beispiele dafür lassen sich schnell in einer Internetrecherche finden, wie diese Arbeitshilfe zur Konzeptentwicklung vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V.

Ausführliche Recherchen zu Themen wie Bildungsberatungsangebote oder Situation der Bildungslandschaft Augsburg machten uns mit der Thematik vertraut und bildeten die Grundlage für das Verständnis, wie das Konzept für die Bildungskiste aussehen sollte. Ein Gespräch mit einer ausgebildeten Elternberaterin half uns sehr dabei, Näheres über das Thema Bildungsberatung und deren rechtliche Grundlagen zu erfahren.

TIPP: Oftmals ist es hilfreich Experten zu befragen. Sie kennen sich besser mit dem Thema aus als man selbst und können eigene Erfahrungen mit einbringen.

4.3 Regelmäßige Treffen

Für die Konzeptentwicklung waren die regelmäßigen Treffen mit unseren Projektpartnern ein wesentlicher Bestandteil. Alle zwei Wochen trafen wir uns gemeinsam und besprachen die nächsten Schritte in der Entwicklung. Am Ende jedes Treffens wurden neue Aufgaben besprochen, die bis zum nächsten Treffen bearbeitet werden sollten. Somit wurde die Konzeptarbeit nicht ein großes, unzumutbares Projekt, sondern in kleineren Einheiten eine zu bewältigende Arbeit. Das ständige Feedback und auch das Lob durch die Projektpartner haben zudem motiviert an dem Projekt dran zu bleiben und sich weiter damit auseinander zu setzen.

TIPP: Regelmäßige Treffen beugen Unsicherheit vor und helfen dabei ein großes Projekt in kleinen Etappen zu bearbeiten.

4.4 Präsentation vor Kooperationspartner

Am 27.Juni hatten wir die Präsentation vor unserem Kooperationspartner, dem Jugendhaus Kosmos. Robert Mailer ist als Leiter des Jugendhauses unser Ansprechpartner gewesen. Da bereits eine gute Verbindung zwischen Service- und Kooperationspartner bestand, beschränkte sich unsere Aufregung auf ein Minimum. Wir wurden herzlich in Empfang genommen und konnten ungestört unsere Präsentation halten. Im Anschluss daran erhielten wir noch gutes Feedback, zum einen über die aktuelle Lage im Universitätsviertel und zum anderen über die Besucher des Jugendhauses und diejenigen, die das Angebot des Jugendhauses annehmen. Besonders wichtig hierbei war der Hinweis, dass wir in der Beratung auch auf sprachliche Barrieren Rücksicht nehmen müssen. Dies konnten wir in unser Konzept dann auch letztendlich einarbeiten. Das Treffen mit Rober Mailer führte also auf der einen Seite zur Bestätigung der bisherigen Vorgehensweise und gab uns auf der anderen Seite noch Tipps für die weitere Ausarbeitung.

Im Anschluss an die Präsentation erhielten wir noch eine kleine Führung durch das Jugendhaus. Somit konnten wir uns auch die zukünftigen Räumlichkeiten der Bildungskiste anschauen und in der Konzeptverschriftlichung besser vorstellen.

Jugendhaus Kosmos

Quelle: http://www.sjr-a.de/jugendhaeuser-einrichtungen/kosmos

 

4.5 Werkzeuge in der Projektarbeit

Für die Arbeit in der Konzeptentwicklung haben sich mehrere Werkzeuge als sehr hilfreich erwiesen. Diese werden im Folgenden vorgestellt und bieten sich für jede Art von Projektarbeit an.

Google-Drive

Da wir uns hauptsächlich mit der Gliederung und dem Entwurf eines schriftlichen Konzepts für die Bildungskiste auseinandergesetzt haben, mussten wir oft gemeinsam schriftlich Dinge festhalten. Dazu nutzten wir das Drive-Angebot von Google. Hier können unter anderem Dokumente und Präsentationen erstellt werden, per Link mit anderen Gruppenmitgliedern geteilt und gemeinsam erarbeitet werden. Im Gegensatz zu einem Dropbox-Account können Dokumente von mehreren Gruppenteilnehmern gleichzeitig bearbeitet werden und es entstehen keine unterschiedlichen Dokumente, die nicht synchronisiert wurden. Ein großer Vorteil ist dabei auch die Kommentarfunktion. So konnten wir gegenseitig Korrekturlesen und Anmerkungen zu dem Geschriebenen direkt verfassen.

Google Drive Dokument des Konzepts

Auf Goolge-Drive haben wir zuerst die Gliederung und die einzelnen Punkte des Konzepts durchgearbeitet, dann die Punkte untereinander aufgeteilt und das gesamte Konzept geschrieben. Außerdem konnten wir gemeinsam die Präsentation, die wir vor dem Kooperationspartner hielten, erstellen, korrigieren und dann auch jederzeit online abrufen und vortragen.

Skype

Durch die räumliche Trennung der Projektgruppe wurde auch das Online-Kommunikations-Tool Skype benutzt. Per Telefonkonferenz und auch Videochat haben wir Gruppentreffen abgehalten. Dort haben wir unter anderem die Aufgabenverteilung durchgeführt, neue Termine ausgemacht und gemeinsam die Präsentation vor dem Kooperationspartner „Jugendhaus Kosmos“ durchgesprochen. Meistens wurden während der Skype-Konferenzen auch die Google-Drive-Dokumente parallel aufgerufen, sodass alle gleichzeitig die Gliederung beziehungsweise Aufgabenstellung vor sich hatten. Dafür musste natürlich jeder einen PC/Laptop und Internet zur Verfügung haben.

Facebook

Besonders hilfreich für die Koordination und Organisation der Gruppenarbeit war unsere Facebook-Gruppe, die wir eigens dafür gegründet hatten. Skype-Termine, persönliche Gruppentreffen oder auch die Organisation der Aufgabenverteilung wurden hier festgelegt. Die Facebook-Gruppe war außerdem sehr praktisch, da wir sie für die Dokumentation und als Archiv nutzen konnten. Google-Drive-Dokumente, die neu erstellt wurden, wurden in der Gruppe gepostet und konnten so schnell aufgerufen werden. Während Facebook-Gruppennachrichten schnell an Übersichtlichkeit verlieren, kann in der Gruppe schnell auf ältere Informationen zurückgegriffen werden. Ein weiterer Vorteil von Facebook als Kommunikationsmittel ist, dass heutzutage (fast) jeder regelmäßig neue Meldungen und Nachrichten überprüft und schnell auf Fragen reagiert. Auch über Smartphone-Applikationen ist man quasi ständig erreichbar.

Kommunikation des Projektteams über eine Facebookgruppe

4.6 Projektergebnis: Konzept

Nach regelmäßigen Abstimmungen im Team zu verschiedenen Themeninhalten bezüglich der Ausführung des Konzepts wie die Projektidee, Grundlagen und Hierarchisierung der Ziele ging es in Einzelarbeit mit der Verschriftlichung des Konzepts weiter. Jeder aus dem Team hatte einen bestimmten Teil zu bearbeiten. Auch hier verhalfen uns die bewährten Tools Google Drive, Skype und Facebook als Distanzüberbrückung zu einer reibungslosen Zusammenarbeit via Internet. Nach Beendigung der Einzelarbeit wurde das Konzept vor der Abgabe am 31. Juli 2014 überarbeitet und weiter strukturiert. Nun lag das Projektergebnis vor: die Verschriftlichung des Konzepts für die Bildungskiste.

 

5. Persönliche Erfahrungen

5.1 Catharina Mabrey

Projektarbeit

Ich hatte mir am Anfang unter dem Service-Learning-Seminar mehr praktische Tätigkeiten vorgestellt. Dementsprechend ging mit der Arbeit an einem Konzept ein bisschen eine Ernüchterung einher. Ich fand es dennoch wichtig auch diesen Faktor des wissensbasierten Services kennenzulernen und damit zu arbeiten. Für mich war es wichtig festzustellen, dass ein Service, der auf Wissen basiert, genauso wertvoll und wichtig ist, wie z.B. das Erstellen einer Facebook-Seite oder eines Imagefilms. Da zwar der direkte Nutzen von einem Konzept, bzw. dessen Auswirkung vielleicht nicht direkt auffällt, ist es umso wichtiger, dass die Projektpartner erklären, wofür das Konzept genutzt werden wird und wie es in der Gesellschaft helfen wird. So war es eine Bestätigung zu hören, dass unsere Projekpartner weitere, konkrete Schritte für die Bildungskiste vorgesehen haben.

Teamarbeit

Für die vorliegende Projekarbeit war die Teamarbeit durch die räumliche Distanz etwas erschwert. Per Skype und Facebook konnten zum Glück die Termine gut koordiniert werden, trotzdem wären durch mehr persönliche Treffen manche Dinge bestimmt schneller zu klären gewesen. Dennoch war es wichtig zu erkennen, dass wir alle zusammen an einem Strang ziehen. Kritik zu äußern und dann aber auch auf die Arbeit der anderen zu vertrauen waren die zwei Punkte, in denen ich dazulernen durfte.

Persönliche Erfahrungen

Für mich war es interessant einmal nicht praktisch zu arbeiten, sondern theoretisch eine Idee und ein Konzept auszuarbeiten. Das Thema "Bildungsberatung” war mir bisher kaum ein Begriff, vor allem nicht in Hinblick auf die Schwierigkeiten, die Bürokratie und sprachliche Probleme mit sich bringen. Damit ist der Blick auf die Gesellschaft und ihre gut gemeinten Hilfestellungen doch auch noch anders geworden. Ich bin sehr gespannt, wie die Bildungkiste umgesetzt werden wid.

5.2 Michaela Sonnleitner

Positiv: Peu á peu Lernen

Im Seminar Service Learning gab es immer wieder peu á peu Aufgaben zu erledigen. Das heißt auch, dass die Studierenden sich immer wieder mit den Themeninhalten auseinandersetzen müssen um die Aufgaben erfolgreich zu bearbeiten. Diese Lernmethode wirkt sich meiner Meinung nach sehr positiv auf die Studierenden aus, da sie stets auf aktuellem Stand bleiben und nicht, wie es zwangsläufig bei manch anderen Modulen gemacht wird, bis zum Semesterende hin warten und dann erst anfangen für die Prüfungen zu lernen.

Teamwork

Wichtig für ein gutes Teamwork sind gegenseitige Absprachen und vor allem Fragen abzuklären wie beispielsweise:

  • “Wer macht was?”

  • “Wie lange habe ich dafür Zeit?”  

  • “Wann besprechen wir uns wieder?”

Internet-Tools wie Facebook, Skype und Google Drive können sehr hilfreich für die Zusammenarbeit sein vor allem wenn eine größere Distanz zwischen den einzelnen Projektpartner vorliegt. Während einem Skype-Gespräch kann beispielsweise das gemeinsame Google Drive Dokument weiter bearbeitet werden. Termine und Anregungen werden möglicherweise über eine Facebook Gruppe vereinbart. Da die meisten Studierenden mittlerweile eine Facebook App auf ihrem Smartphone haben, kann schnell auf Neuigkeiten und Anregungen reagiert werden. Wenn alle Teammitglieder an einer guten Zusammenarbeit bemüht sind werden Benachrichtigungen selten übersehen.

Der Posteingang ist nicht der einzige Eingang

Eine meiner persönlichen Erfahrungen war es, dass der “Spamordner” meines Emails Accounts wichtige Emails verschluckte, da bspw. die Emailadresse und der Name der ausgehenden E-Mail unbekannt war. Daher ist es bei der Projektarbeit wichtig, in seinem Email Account von Zeit zu Zeit auch in die Ordner “Pop”, “Junk” und “Spam” zu schauen. Nachrichten können ungewollt dort landen und werden übersehen. Wichtige Termine oder Vereinbarungen werden unwissend nicht wahrgenommen.

Kompetenzerweiterung

Die Konfrontation und Zusammenarbeit mit unbekannten Kommilitonen in einem Projekt hat dazu geführt, dass sich einige Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikation und Selbstdisziplin verstärken konnten. Vorausgesetzt das Team zieht an einem Strang. Mir fällt es nun leichter Kompromisse für eine Problemstellung mit den Teampartnern zu finden als vor dem Seminar.

Tipp: Nicht zu sehr auf die eigenen Ansichten beharren. Auch wenn du von etwas überzeugt bist solltest du dich in andere Meinungen und Gedankengänge hineinversetzen. Denn nur so kann ein Team ein gutes Endergebnis erzielen.

5.3 Amelie Thaler

Auseinandersetzung mit unbekannten Themen

Für mich persönlich war es besonders interessant, sich mit komplett unbekannten Themen auseinanderzusetzen. Zwar konnte ich bereits vor dem Service Learning Seminar praktische Erfahrung als Ausführende von sozialem Engagement sammeln, nie zuvor hatte ich mir allerdings Gedanken dazu gemacht, wie ein Konzept für eine soziale Einrichtung entsteht. Umso mehr war es eine positive Erfahrung für mich, dass in der Zusammenarbeit im Team auch als kompletter “Neuling” ein gutes Projektergebnis erzielt werden kann. Auch mit Themen wie der Bildungssituation in Augsburg hatte ich mich zuvor nie beschäftigt. Die Arbeit am Projekt Bildungskiste hat mir hier die Augen für gesellschaftliche Problemstellungen geöffnet, die mir zuvor gar nicht bewusst waren.

Motivation durch Projektpartner

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts waren für mich die Treffen mit den Projektpartnern. Hier zeigte es sich, wie wichtig es ist (gutes) Feeedback zu bekommen. Nach den Treffen mit den Projektpartnern war ich stets motiviert auch die nächste Aufgabe mit gleichem Elan anzugehen.

Zusammenarbeit im Team

Die erfolgreiche Zusammenarbeit im Projektteam wurde vor allem durch die klare Verteilung der Aufgaben mit fixen Deadlines ermöglicht. Es hat uns auch viel Arbeit abgenommen, dass wir die Aufgaben nach eigenen Präferenzen und Stärken verteilt haben. Durch die darauffolgende Diskussion und gegenseitige Korrektur konnten die besten Ergebnisse erzielt werden. Für mich war es wichtig zu lernen Kritik anzunehmen und auch selbst konstruktive Kritik zu geben.

 

6. Quellen

2. Augsburger Bildungsbericht (2012): Zentrale Aussagen

http://www.bildungsportal.augsburg.de/fileadmin/bpa/bpa_schule_aktuell/bildungsbericht_2012/02_2_Augsburger_Bildungsbericht_2012_Zentrale_Aussagen.pdf

 

http://www.augsburg.de/bildung-wirtschaft/bildung/bildungsberatung-und-service/

http://www.bildungsportal.augsburg.de/index.php?id=32521

http://familienbildung.de/

http://www.skf-zentrale.de/aspe_shared/download.asp?id=10CBA120C6F459DD000D30B63BAB9D84E642F39449B64C367C7E02AE57B66E304CF7DB87D5BA066CD6BA12986C36607F&Description=Arbeitshilfe&Filename=Arbeitshilfe_Konzeptentwicklung.pdf

http://www.sueddeutsche.de/bildung/bildungsbericht-eine-frage-der-qualitaet-1.1998475

AnhangGröße
Meilensteinplanung Bildungskiste_wiki excel.xls36 KB