PC-Crashkurs für Erwerbslose (Diakonie Arbeitslosenzentrum)

1. Das Projekt „PC-Crashkurs Erwerbslose"

1.1 Die Projektidee

Das Projekt „PC-Crashkurs für Erwerbslose” wurde im Rahmen des Projektseminars Service Learning in Kooperation mit dem Arbeitslosenzentrum des Diakonischen Werks Augsburg e.V. initiiert. Erstmals führten die Studentinnen Antonia Antonova und Angelika Belozer das Projekt im Sommersemester 2012 durch (ausführliche Dokumentation). Ein Jahr danach, im Sommersemester 2013, wurde die Projektidee von den Studentinnen Corinna Scherer und Petra Maier erneut aufgriffen, konzipiert, organisiert und durchgeführt. Unterstützt haben das Projekt 2013 die Dozenten Philip Meyer und Nora Held sowie der Leiter des Arbeitslosenzentrums, Lorenz Ludwig und die ehrenamtlichen Mitarbeiter Norman Hartig und Markus Hornauer. Wie bereits im Vorjahr stellte das Evangelische Forum Annahof die benötigte Räumlichkeit kostenfrei zur Verfügung. Als dortige Ansprechpartnerin stand Sigrid Zimmermann zur Verfügung. Das Projekt wurde vom 2. bis zum 4. Juli 2013 jeweils von 10 bis 14 Uhr in einem Sitzungsraum des Annahofs durchgeführt. An jeder Sitzung waren sieben bis elf Arbeitslose in der Altersgruppe der über 50-Jährigen beteiligt. Ziel des Projekts war es, der Zielgruppe den Umgang mit dem Computer, der Textverarbeitung und dem Internet näherzubringen.

1.2 Der Projektpartner

Die Diakonie Augsburg ist Träger von rund fünfzig sozialen Einrichtungen mit den Schwerpunkten Kinder- und Jugendhilfe, Sozialpsychatrie, Altenhilfe sowie Lebensberatung für Menschen in Krisen und Not. Eine Anlaufstelle ist darüber hinaus das Arbeitslosenzentrum unter der Leitung von Lorenz Ludwig. Das Arbeitslosenzentrum steht den Betroffenen mit kostenfreier Beratung tatkräftig zur Seite. Des Weiteren gibt es einen großen Informationsbereich mit Flyern, Broschüren und Büchern sowie drei PC-Arbeitsplätze. Daneben hilft das Arbeitslosenzentrum dabei, Projekte zu verwirklichen, eine eigene Perspektive zu finden und Kontakt mit anderen Menschen zu knüpfen. Die Einrichtung führt regelmäßig Veranstaltungen wie das wöchentliche Frühstück im „AnnaPunkt” - eine Art Bistro, das gleichzeitig aber auch als Anlaufstelle für hilfsbedürftige Menschen dient. Somit haben die Betroffenen die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Unterstützt wird das Arbeitslosenzentrum von verschiedenen ehrenamtlichen Mitarbeitern, zu denen auch Norman Hartig oder Markus Hornauer gehören. Herr Hartig und Herr Hornauer waren mit in das Projekt eingebunden und engagierten sich teilweise auch bei der Durchführung des PC-Crashkurses.

Logo der Diakonie Augsburg Logo des Evangelischen Forums Annahof

 

1.3 Hintergrundinformationen

Gemäß des Bundesamts für politische Bildung (kurz: bpb) gehört die Arbeitslosigkeit seit Anfang der 1980er-Jahren zu den größten sozialen Problemen in Deutschland. In Augsburg hatten 2012 im Durchschnitt 6,4 Prozent der zivilen Erwerbspersonen keine Arbeit (im Vergleich: 6,8 Prozent in der gesamten Bundesrepublik). Besonders für Personen ab 50 Jahren ist der Wiedereinstieg ins Berufsleben eine große Herausforderung. Ein Hindernis hierfür stellen insbesondere die erwarteten Qualifikationen dar, zu denen auch Computerkenntnisse gehören.

 

2. Ziele des Projekts

2.1 Service-Ziele

Das Projekt „PC-Crashkurs für Arbeitslose“ sollte einen gesellschaftlichen Nutzen auf mehreren Ebenen erbringen:

  • die Durchführung eines überwiegend eigenverantwortlichen Projekts mit Praxisbezug für zwei Studierenden der Universität Augsburg
  • ein qualitativ hochwertiges Fortbildungsangebot für Menschen ohne Erwerbsarbeit im Raum Augsburg
  • die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch das Aufeinandertreffen und die Kommunikation von Studierenden und Arbeitslosen

Die adressierte Zielgruppe der Arbeitslosen sollte insbesondere von folgenden Punkten profitieren:

  1. Grundlegende Computerkenntnisse
    Die Klärung grundlegender Begriffe, die Demonstration bzw. Präsentation gängigster Operationen sowie die betreute Auseinandersetzung mit wichtigsten Software- und Hardwarekomponenten ermöglichen die Aneignung von Grundkenntnissen im Bereich der Computertechnik.

  2. Risikobewusstsein
    Über eine umfassende Einführung in das Thema „Internet“ soll einerseits das Interesse am Medium geweckt, andererseits ein Bewusstsein für mögliche Gefahren und Risiken geschaffen werden. Den Teilnehmern werden zudem Hinweise für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem World Wide Web gegeben.

  3. Behördenkorrespondenz
    Die vermittelten Kompetenzen im Bereich „Textverarbeitung“ sollen es den Arbeitslosen erleichtern, die notwendige alltägliche Korrespondenz mit den Behörden zu meistern.

  4. Jobsuche und Bewerbung
    Durch das Erklären der Funktionsweise von Suchmaschinen, dem Routenplaner „Google Maps“, den Reiseauskunftsdiensten für öffentliche Verkehrsmittel und der Textverarbeitungs-Software „Microsoft Word“ soll der Prozess der Stellensuche in Zeiten der Internet-Jobbörsen und Online-Bewerbungen für die Teilnehmer des Kurses transparenter und realisierbar gemacht werden.

  5. Lernen in der Gruppe
    Alle Teilnehmer zeichnen sich durch ihre geringen oder mangelnden Computerkenntnisse aus. Indem sie feststellen, dass sie mit dieser Situation nicht alleine sind, kommt es zu einem Gefühl von Gruppenzugehörigkeit. Dieses kann sich positiv auf die Lernleistung und die Motivation der Betroffenen auswirken.

2.2 Learning-Ziele

Im Rahmen des Projekts sollten die verantwortlichen Studentinnen fachliche und überfachliche Kompetenzen in den folgenden Bereichen erlangen beziehungsweise vertiefen:

  1. Konzeption
    Die eigenständige Selektion von Inhalten und Themenschwerpunkten stellt einen wesentlichen Bestandteil der Konzeption des Kurses dar. Darüber hinaus entwerfen die Studentinnen eigenständig das Unterrichtsmaterial und die dazu passenden Übungsaufgaben, sodass die Fachkompetenzen im Bereich „Konzeption einer (Computer-)Schulung“ gefördert werden.

  2. Organisation
    Das selbstverantwortliche Anpassen einer Räumlichkeit an die Schulungsbedingungen, das Beschaffen von notwendiger (technischer) Ausstattung, das Lösen technischer Probleme sowie die Festlegung von Fristen und Terminen unterstützen die Herausbildung fachlicher Kompetenzen im Bereich Organisation.

  3. Öffentlichkeitsarbeit
    Die Bewerbung des PC-Kurses ist entscheidend für dessen erfolgreiche Durchführung. Bei der Realisierung des Projekts im Sommersemester 2012 lag das Verfassen einer Pressemitteilung sowie die Kontaktaufnahme zu Vertretern der Presse in den Händen der Studentinnen. Im Sommersemester 2013 kümmerte sich der Projektpartner Lorenz Ludwig um diese Aufgaben; die beiden Studentinnen waren dafür für die Gestaltung des Anmeldeformulars verantwortlich und konnten während eines Frühstücks mit den Arbeitslosen ihr Projekt selbstständig bewerben. Nach der Durchführung des Kurses führte eine der beiden Studentinnen – Corinna Scherer – ein Interview mit einer Journalistin der Augsburger Allgemeinen über ihr Engagement. Somit konnten bei beiden Durchführungen erste Erfahrungen mit der Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden.

  4. Präsentation von Inhalten
    Das Hauptaugenmerk des PC-Kurses bildet das Präsentieren der Inhalte. Wichtig ist hierbei, dass die Studentinnen mit der Zielgruppe interagieren, auf deren Wünsche eingehen und das Tempo des Kurses auf deren Fähigkeiten anpassen. Die Studentinnen können somit nicht nur ihre Erfahrungen mit dem Präsentieren von Inhalten vertiefen, sondern auch im Umgang mit einer für sie neuen Zielgruppe.

  5. Problem- und Konfliktlösung
    Das Lösen möglicher Konflikte mit oder innerhalb der Gruppe sollte die Konfliktlösungskompetenz der Studierenden fördern. Ferner fördert das Auftreten möglicher technischer, zeitlicher, persönlicher u.ä. Schwierigkeiten die Flexibilität der Verantwortlichen im Umgang mit Problemen.

  6. Soziales Bewusstsein
    Die Zusammenarbeit mit wohltätigen Organisationen und einer benachteiligten sozialen Gruppe soll das soziale Bewusstsein der teilnehmenden Studierenden verstärken und ihre Aufmerksamkeit auf die Situation von Menschen anderer Altersgruppen und anderer sozialer Status lenken.

 

3. Ablauf des Projekts

3.1 Projekteinstieg -Treffen mit dem Projektpartner

Das erste Treffen mit dem Projektpartner fand am 6. Mai 2013 im Diakonischen Werk statt. Vereinbart wurde der Termin von unserem Dozenten Philip Meyer, begleitet wurden wir aber schließlich von Nora Held, der anderen Dozentin des Seminars. Während des Treffens präsentierte Lorenz Ludwig, wie der PC-Crashkurs beim ersten Mal durchgeführt wurde. Zusätzlich erhielten wir Einblicke in die zuvor verwendete Materialien wie Handouts, eine Pressemitteilung und das Anmeldeformular. Ferner erstellte unser Projektpartner einen ungefähren Zeitplan, an dem wir uns orientieren konnten. Zusätzlich wurden weitere Treffen vereinbart sowie die Aufgaben besprochen, die zu den jeweiligen Terminen bearbeitet werden sollten.

3.2 Konzept, Zeitplan und Aufgabenstellung

Da zwei Studentinnen vor uns die Projektidee bereits einmal realisiert hatten, musste kein komplett neues Konzept erstellt werden. Stattdessen überarbeiteten wir das, was vorhanden war und entwickelten daraus unser eigenes Konzept. Im Vordergrund hierfür standen vor allem die Überarbeitung und Umstrukturierung der Handouts und der Entwurf eines Anmeldeformulars. Die drei PowerPoint-Präsentationen, die wir während der Durchführung verwendeten, erstellten wir ohne Vorlage. Zusätzlich überlegten wir uns mithilfe eines Skripts, das uns Herr Hartig zur Verfügung stellte, Übungen, mit denen die Inhalte besser verständlich gemacht werden sollten.

Herr Ludwig erstellte bereits während des ersten Treffens einen Zeitplan, an dem wir uns orientieren konnten. Dieser setzte sich wie folgt zusammen:

  • 28.05.: Treffen mit Herrn Hartig, um die Kursinhalte zu besprechen
    → Vorbereitung: Sichtung des Materials, grober Plan bezüglich der Inhalt

  • 10.06.: Treffen mit Herrn Ludwig, Herrn Hartig und Herrn Hornauer zur Besprechung des Konzepts
    → Vorbereitung: Erstellen der Handouts sowie die ungefähren Inhalte der PowerPoint-Präsentationen

  • 21.06.: Frühstück im AnnaPunkt zur Bewerbung des Kurses
    → Vorbereitung: Erstellen der Anmeldeformulare

  • 26.06.: Treffen mit Herrn Ludwig und Herrn Hartig zur Besprechung des fertigen Konzepts sowie der organisatorischen Dinge  
    → Vorbereitung: Handouts fertig erstellen, vorläufige PowerPoint-Präsentationen erstellen

  • 01.07.: Treffen mit Herrn Ludwig, um die technischen Gerätschaften abzuholen und um den Raum vorzubereiten
    → Vorbereitung: Absprache mit dem Rechenzentrums bezüglich des Abholens

  • 02.07. – 04.07.: Durchführung des PC-Crashkurses
    → Vorbereitung: PowerPoint-Präsentationen durchgehen, USB-Sticks bespielen, Technik aufbauen und testen, Handouts ausdrucken

  • 17.07.: Nachbesprechung mit Herrn Ludwig
    → Vorbereitung: Reflexion, was gut und was schlecht lief

3.3 Recherche/Erstellen der Inhalte

Das Erstellen der Inhalte erfolgte nach Sichtung der bereits vorhandenen Dokumente.  Zusätzlich erhielten wir von Herrn Hartig weitere Informationsmaterialien, die wir in die Konzeption des Kurses miteinbezogen. Dabei handelte es sich um die Skripte „Begleitmaterial zum Einsteigerkurs. Computer für  Senioren“ (2010) und „Trainer-Material zum Einsteigerkurs“ (2003) von Günter Born. Die Skripte waren beim Erstellen der Inhalte insofern hilfreich, da hier auch Übungen erläutert werden. Zusätzlich wird auf mögliche Herausforderung bei der Realisierung eines PC-Kurses hingewiesen. Die kompletten Inhalte – sprich die Handouts und die PowerPoint-Präsentationen – erstellten wir bis zum 30. Juni, also nur wenige Tage vor der Durchführung. Somit hatten wir circa sieben Wochen, um die Inhalte auszuarbeiten.

3.4 Organisation

Um einen Teil der organisatorischen Dinge kümmerten wir uns bereits recht früh: So reservierten wir acht Laptops und einen Beamer schon Anfang Juni im Rechenzentrum der Universität Augsburg. Im Laufe der Konzeption regte Herr Hartig an, dass jeder Teilnehmer einen USB-Stick geschenkt bekommen sollte, auf dem wichtige Programme wie Mozilla Firefox oder Thunderbird vorinstalliert sind. Herr Ludwig konnte schließlich M-Net als Sponsoren gewinnen, sodass kostenlos Sticks zur Verfügung standen. Am Tag vor der Durchführung holten wir gemeinsam mit Herrn Ludwig die Laptops und den Beamer mit dem Auto ab und brachten sie direkt in die Räumlichkeit im Annahof. Dort bauten wir direkt im Anschluss die Tische und Stühle sowie die Rechner auf.  Am Morgen des ersten Tages platzierten wir schließlich noch den Beamer.

Die technische AusstattungWährend des Kurses

Die Verantwortung für die Verpflegung wurde freundlicherweise von Herrn Ludwig übernommen: In der „kleinen“ Pause gab es Kaffee, Saft und Wasser, in der „großen“ Pause wurden zusätzlich Butterbrezen gereicht. Am ersten Tag konnten wir die gesamte Technik sowie die Tische über Nacht stehen lassen; am zweiten Tag mussten wir nach dem Kurs hingegen alles zusammenpacken, da der Raum am späteren Nachmittag und Abend belegt war. Dies stellte jedoch keinen großen Mehraufwand dar, da wir von den Teilnehmern beim Verstauen der Sachen und beim Aufräumen unterstützt wurden. Am letzten Tag der Durchführung fuhr uns Herr Ludwig erneut mit dem technischen Equipment in die Universität, sodass wir alle Utensilien fristgerecht zurückbringen konnten.

Während des KursesButterbrezen und Kaffee
 

3.5 Bewerbung des Kurses

Für die Bewerbung des Kurses wurde ein Anmeldeformular erstellt. Auf der Vorderseite waren die drei Termine mit einer kleinen Beschreibung der Kursinhalte aufgelistet. Auf der Rückseite konnten die Kursinteressenten ihre Kontaktdaten angeben und den Termin bzw. die Termine ankreuzen, an dem/denen sie teilnehmen wollten. Mit Unterstützung von Herrn Ludwig konnten wir die Kursteilnehmer über eine Pressemitteilung, einen kurzen Hinweis in der Augsburger Allgemeinen sowie über die Teilnahme an dem wöchentlichen Frühstück im Annapunkt auf unser Projekt aufmerksam machen. Besonders Letzteres empfanden wir als sehr vielversprechend, da wir bei besagtem Frühstück selbst die Gelegenheit hatten, uns und unser Vorhaben vorzustellen. Zusätzlich konnten wir mit der Zielgruppe bereits ersten Kontakt aufnehmen. Mit unserer Ansprache weckten wir bei einigen Anwesenden Interesse, sodass  bereits kurze Zeit danach die ersten Anmeldungen eingingen. Um die weitere Bewerbung des Kurses und das Anmeldeverfahren kümmerte sich letztendlich Herr Ludwig.

 

4. Durchführung des Projekts

4.1 Inhalte des Kurses

Entsprechend der drei Kurstage waren die Inhalte in drei Themenblöcke eingeteilt.

Am 2. Juli, dem ersten Tag des Kurses, vermittelten wir den Teilnehmern Grundlagen der Computernutzung. Zunächst lernten sie den Umgang mit der Hardware, also das Ein- und Ausschalten des Computers, das Erkennen grundlegender Anschlüsse (z. B. USB-Anschluss) und die korrekte Nutzung von Maus und Tastatur. Darauf aufbauend wurde der Umgang mit Fenstern, Ordnern und Dateien eingeübt. Zudem blieb am Ende des Kurstages noch Zeit, den Teilnehmern Anwendungen wie Paint oder den Taschenrechner vorzustellen. Das Ziel des ersten Themenblocks war somit, den Teilnehmern die nötigen Kompetenzen für die folgenden Sitzungen und mögliche zukünftige Kontakte mit dem Computer bereitzustellen.

Dies ist die Präsentation des ersten Kurstages:

 

Der zweite Tag war dem Thema „Textverarbeitung mit Microsoft Word“ gewidmet. Neben dem Öffnen, Speichern und Schließen von Dateien, stand das Markieren, Kopieren und Verschieben von Texten auf dem Programm. Anschließend zeigten wir, wie man das Geschriebene hinsichtlich Schriftart und -größe sowie Farbgebung formatieren kann. Abschließend machten wir die Teilnehmer mit den vorinstallierten Vorlagen von Word vertraut, die beispielsweise das Verfassen amtlicher Briefe erleichtern.


Eine Einführung in die Welt des Internets erwartete die Teilnehmer am dritten Kurstag. Eingangs standen einige theoretische Grundlagen im Vordergrund: die Definition und Möglichkeiten des Internets sowie Zugangsvoraussetzungen. Im praktischeren Teil ging es um den Aufbau von Browsern und Webseiten sowie um konkrete Anwendungen (z. B. Suchmaschinen) und das Herunterladen von Dateien. Zuletzt wiesen wir auf die Gefahren im Internet und mögliche Schutzmaßnahmen hin. Um den Teilnehmern die Möglichkeiten des Internets praktisch zu veranschaulichen, zeigten wir ihnen den Umgang mit Google Maps, der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn und des Augsburger Verkehrsverbunds sowie das Versenden und Empfangen von E-Mails.

 

4.2 Einsatz der verwendeten Materialien

FlipchartUm den Teilnehmern die Inhalte auf möglichst vielfältige Weise beibringen zu können, griffen wir auf eine Kombination mehrerer Medien zurück. Die wichtigsten Punkte unseres mündlichen Vortrags konnten parallel auf PowerPoint-Folien mitverfolgt werden. Auch die Anweisungen für Übungen waren jeweils auf einer Folie zusammengefasst und standen auf diese Weise während der Bearbeitungszeit gut sichtbar zur Verfügung. Am Anfang jedes Kurstages erhielten die Teilnehmer die zusammengefassten Inhalte in Form von Handouts. Zwischen den einzelnen Punkten war jeweils genug Platz für individuelle Notizen. Zudem gab es zwei allgemeine Merkblätter, auf denen die wichtigsten Tasten auf der Tastatur, die Maus und häufige Tastenkombinationen aufgeführt waren. Als weiteres Hilfsmittel griffen wir am zweiten und dritten Kurstag auf ein Flipchart zurück. Darauf hielten wir beispielsweise wichtige Tastenkombinationen fest, damit die Teilnehmer diese unabhängig von den PowerPoint-Folien und den mehrseitigen Handouts bei Bedarf sofort im Blick hatten. Als weiteres Medium können zudem die Computer der Teilnehmer gezählt werden. Übungen konnten sofort selbstständig ausgeführt und die von uns präsentierten Vorgehensweisen nachvollzogen werden.

 

5. Tipps für Nachahmer

5.1 Positive Aspekte am Projekt

5.1.1 …im Umgang mit dem Projektpartner

Bereits ab der ersten Sitzung erlebten wir Herrn Ludwig vom Arbeitslosenzentrum als engagierten, kompetenten und stets freundlichen Projektpartner. Er wartete mit einem umfangreichen Zeitplan auf, gab uns einen Überblick über bereits bestehende Materialien und übernahm einen Großteil der Bewerbung des Kurses. Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter, im Besonderen Herr Hartig, standen hilfsbereit mit Rat und Tat zur Seite. Trotz der bereits bestehenden Materialien und Erfahrungen vom letzten Kurs, waren Vorschläge und Veränderungsvorschläge unsererseits stets erwünscht und fanden große Unterstützung.

5.1.2 …Organisation

Die zahlreichen Treffen mit dem Projektpartner erleichterten die Organisation und Arbeitsaufteilung in Einzelschritte ungemein. Zu jedem Treffen erarbeiteten wir einen anderen Aspekt des Kurses, sodass sich die Aufgaben über einen gut machbaren Zeitraum auffächerten und nicht bis kurz vor die Kursdurchführung anhäuften. Die gelungene Organisation ließ uns dem Kurs recht entspannt entgegensehen.

5.1.3 …Technik und verwendete Materialien

Unser multimedialer Ansatz wurde von den Teilnehmern und vom Projektpartner gut angenommen und trug positiv zum Lernerfolg bei. Die einzelnen Materialen griffen ineinander und ergänzten sich sehr gut. Die meisten Teilnehmer nutzten die Notizbereiche auf den Handouts, um Gedanken zu den Präsentationsinhalten und eigene Erfahrungen bei den Praxisübungen festzuhalten.

 

5.2 Schwierigkeiten am Projekt

5.2.1 …Dokumentation

Um die drei Kurstage zu dokumentieren, nahmen wir beide unsere Digitalkameras mit zum Annahof. Auch Herr Ludwig brachte einen Fotoapparat mit. Da die Teilnehmer konstant Unterstützung bei den Übungen brauchten, machten wir selbst keinen Gebrauch von unseren Kameras. Wir hielten nur in den Pausen die Räumlichkeiten fest und verließen uns für die Fotos von der aktiven Kursdurchführung auf Herrn Ludwigs Fotomaterial. Leider stellte sich die Bildqualität dieser Aufnahmen im Nachhinein als eher schlecht heraus.

5.2.2 …Überforderung der Teilnehmer

Besonders am zweiten Kurstag stellten wir fest, dass einige Teilnehmer überfordert waren. Wir begannen den Tag mit einer Wiederholungsübung zu Inhalten des ersten Tages. Diese Übung stellte sich als wesentlich zeitaufwändiger und anspruchsvoller heraus, als wir vermutet hätten. Ein paar der Teilnehmer schienen anschließend mental bereits etwas erschöpft. Der eigentliche Inhalt des zweiten Tages, das Textverarbeitungsprogramm Word, fordert vor allem den gekonnten Umgang mit Maus und Tastatur. Viele der Teilnehmer hatten aber gerade in diesem Bereich nach dem ersten Tag noch Schwierigkeiten. Die Kombination aus anspruchsvoller Wiederholungsaufgabe und forderndem neuen Input führte dazu, dass uns ein paar der Teilnehmer nach dem zweiten Tag etwas niedergeschlagen erschienen.

5.2.3 …Durchführung

Der Grundaufbau unseres Kurses war als geordneter Wechsel aus Input-Phasen und Übungen geplant. In der Praxis ließ sich dieses Konzept jedoch nur bedingt umsetzen. Viele Aspekte der Computer-Nutzung lassen sich nachträglich gesehen am leichtesten per Learning-by-doing vermitteln. Anstatt längere Passagen von theoretischen Erklärungen einzuplanen, empfiehlt es sich, stets wenige Punkte zu erklären und die Teilnehmer diese sofort im Anschluss ausprobieren zu lassen. Diese Erkenntnis führte dazu, dass wir während des Vortrags flexibel unser Konzept umstrukturierten und Übungen im Zeitplan vorzogen. An mancher Stelle kam es daher sowohl bei uns als auch bei den Teilnehmern zu Verwirrung, ob wir uns gerade in einer „Übungs-” oder in einer „Inputphase“ befanden.

Auch unsere eingeplanten Pausenzeiten ließen sich nur ungefähr einhalten. Meist entschieden wir spontan, wann eine Pause angemessen war.

 

5.3 Zusammenfassung der Erfahrungen und weitere Ideen

Sicherlich gibt es an manchen Stellen bei der Kursdurchführung noch Verbesserungspotenzial. Sollte das Projekt ein weiteres Mal durchgeführt werden, haben wir insbesondere zwei Anregungen:

  • Den Teilnehmern sollte lieber zu wenig, als zu viel zugetraut werden. Besonders bei den Übungen sollten zunächst sehr leichte Aufgaben gestellt werden. Meistern die Teilnehmer diese besser als erwartet, kann der Schwierigkeitsgrad entsprechend angehoben werden. Andersherum gestaltet sich dieser Vorgang schwierig.

  • Am Ende des Kurses oder am Ende jedes Kurstages könnte eine kurze Feedback-Runde eingeführt werden. Sowohl die Teilnehmer als auch die Studierenden könnten hier anmerken, mit welchen Aspekten sie zufrieden waren und wo sie Änderungsbedarf sehen.

Insgesamt gesehen lässt sich für das Projekt ein positives Fazit ziehen: Die Kursteilnehmer, der Projektpartner und die Studierenden waren mit dem Verlauf des Kurses zufrieden.