Öffentlichkeitsarbeit (CityFarm Augsburg)

 

1. Das Projekt: Ein Sommer auf der CityFarm

 

Die Projektidee, die im Rahmen des Seminares „Service Learning“ im Sommersemester 2013 umgesetzt wurde, lässt sich grob unter dem Stichwort Öffentlichkeitsarbeit einordnen. Das finale Ergebnis sind sechs HD-Youtube-Videos mit einer jeweiligen Länge von fünf bis zehn Minuten, einige Einträge auf dem Blog der Cityfarm, ein neu eingerichteter Youtube-Channel und nicht zuletzt einige Stunden handwerklicher und gärtnerischer Tätigkeit und Tierversorgung. Im Folgenden werden die wesentlichen Schritte des Projekts dargestellt.

1.1 Planung und Zielsetzung

Da Ildi und Benni, die Verantwortlichen der CityFarm, beide kaum Erfahrung im Umgang mit digitalen Medien haben, war schon beim ersten Treffen im Juni klar, dass ihnen die Hilfe auf dieser Ebene sehr recht kommt. Die Veranschaulichung und Dokumentation des Alltags auf der Farm in Form von Videos und die damit einhergehende Vergrößerung der Bekanntheit ihrer momentanen Lebensaufgabe über das Internet lassen sich hervorragend von MuK-Studenten bewerkstelligen. Auch war schnell klar, dass bei weiteren Aufgaben aus dem Bereich der digitalen Kommunikation, z.B. dem Posten von Neuigkeiten und Bildern auf dem Blog, ein wenig Hilfe nicht schaden konnte.

Um Benni und Ildi damit zu unterstützen, was ich in meinem Studium gelernt hatte, kam der Dreh, das Schneiden und das Hochladen von kurzen Videos über die Farm selbst und die Aktivitäten dort als Aufgabe sehr gelegen. Durch die Videos sollte die Bekanntheit der Farm gesteigert und das Bewusstsein für ökologische und nachhaltige Landwirtschaft erweitert werden. Außerdem würden durch die Videos auch mehr Leute, besonders solche, die nicht persönlich zur Farm kommen können, an den Geschichten teilhaben können. Diese Aspekte waren für die Projektpartner besonders wichtig.
Dies waren also die Aufgaben, die in einem dreimonatigen Zeitraum zu erledigen waren, und zwar in den Sommermonaten Juni, Juli und August. Der Name für die dokumentarische Video-Reihe war daher schnell gefunden: „Ein Sommer auf der CityFarm“.

Die erste Planung sah darüber hinaus eine Art Medien-Projekt für die Kinder, die die Farm besuchen, vor. Leider konnte es aber aus mehreren Gründen nicht zur Umsetzung dieses Teilprojektes kommen. Da sowohl die Projektpartner Ildi und Benni als auch ich selbst die Videos als Hauptaspekt für sehr viel wichtiger hielten, die Anfertigung dieser auch sehr zeitintensiv war und weil eine genaue und geeignete Projektidee einfach nicht zu finden war, musste dieser Teil leider weggelassen werden.

1.2 Dreh der Videos

Dafür konnte ich mich umso mehr auf den Dreh der Videos konzentrieren. Mit meinem Samsung Galaxy S3 Smartphone ausgestattet war ich auf der Farm unterwegs und konnte in drei Monaten insgesamt ca. drei Stunden Filmmaterial sammeln, von dem 40 Minuten in sechs Videos auf Youtube zu sehen sind.

Die Termine für die Drehtage wurden meist spontan, oder bei bevorstehenden Veranstaltungen auch schon eine Woche vorher in Absprache mit den Projektpartnern, vereinbart. Ein normaler Dreh sah dabei so aus, dass ich gegen Mittag auf die Farm kam, zunächst an einer obligatorischen Kaffeerunde teilnahm, und mich danach ans Filmen machte. Das Thema des jeweiligen Videos war vorher klar, ein Drehbuch oder ähnliches gab es aber nicht, was zum dokumentarischen Stil der Reihe passte.

Ich versuchte beim Filmen immer die Perspektive des Zuschauers einzunehmen. Das bedeutete, das alles, was unklar sein könnte, erklärt oder bei Ildi erfragt werden musste. Was auf dem Bild zu sehen ist, und nicht für sich spricht, musste kommentiert werden. Die Kameraperspektive blieb konstant in einem Hand-Held-Stil, bei dem der Filmende zu keiner Zeit sichtbar wurde. Dazu kamen „Kamerafahrten zu Fuß“ über verschiedene Teile der Farm, bei denen ich versuchte, die Kamera so ruhig wie möglich zu halten. Diese Herangehensweisen sollten den Effekt des „Selbst-vor-Ort-Seins“ hervorrufen, gerade für Zuschauer, die noch nie selbst auf der Farm waren.

Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=3vGFXTFesiY

Die Bildqualität der Videos würde ich im Nachhinein als gut bis sehr gut bewerten. Alle Videos konnten in HD (720p) auf Youtube geladen werden, was dem momentanen Anspruch der Nutzer sicher genügt. Einzig mit dem Fokus gab es teilweise Probleme. Da die Kamera des Samsung Galaxy S3 lediglich über einen Autofokus verfügt, kam es manchmal zum sogenannten „Pumpen“ der Kamera. Das bedeutet, dass die Kamera sich einen Fixpunkt sucht, und währenddessen den Fokus verschiebt, was in verschwommenen Bildern resultiert. An einigen Stellen konnte dieser Effekt aber sogar zu Spannungssteigerung eingesetzt werden. Als Beispiel dafür kann der Moment genannt werden, als Ildi eine Pflanze mit kleinen Stacheln auf den Blättern als „besonders fies“ beschrieb, ohne jedoch die Stacheln zu erwähnen. Ich versuchte eine Nahaufnahme der Blätter zu machen („Mal schauen, ob ich das draufkriege“), und nach ca. 2 Sekunden „Pumpen“ wurden die Stacheln plötzlich sichtbar und es war sofort klar, warum Ildi die Pflanze so „fies“ nannte.

Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=HcQF-MtBfgY (ab 3:00)

Zum Dreh der Videos gehört natürlich ebenfalls die Tonaufnahme. Diese wurde vom benutzten Smartphone sehr gut bewerkstelligt. Lediglich am ersten Drehtag wirkte sich der starke Regen sehr negativ auf die Tonqualität aus. Da ich einen Schirm zum Schutz des Equipments benutzte, war auf der Tonspur schließlich sehr lautes Regenprasseln zu hören. Dieses Problem löste ich dadurch, dass ich eine Untertitelspur in das fertige Youtube-Video einbaute.

Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=fVaGlaRoneI

1.3 Schnitt der Videos

Der Schnitt der Videos erwies sich als der langwierigste Teil des Projektes. Zunächst wurden die jeweiligen Videodateien von der SD-Karte des Smartphones auf das zum Schnitt benutzte MacBook übertragen. Beim Importieren der Videos gab es leider häufig Probleme mit einem Bild-Ton-Versatz, der dann nachträglich ausgebessert werden musste. Geschnitten wurde mit der vorinstallierten Mac-Schnittsoftware iMovie. Für Schnitte und Übergänge innerhalb einer zusammenhängenden Szene wurden hierbei klassische Weißblenden (Blitze) verwendet, bei einem Ortswechsel wurden Wischblenden (vgl. Star Wars) benutzt.

Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=NBgb2EDxBTU (00:58 und 01:13)

1.4 Verwaltung des Youtube-Channels

Eine besondere Herausforderung bot die Organisation eines einheitlichen Youtube-Channels der CityFarm. Zu Beginn des Projekts gab es bereits zwei existierende Kanäle der Farm. Die Zugänge dazu bekam ich von Ildi, gemeinsam mit dem Auftrag, die Kanäle zu einem einzelnen Kanal zusammenzulegen. Leider ergab sich, dass der erste Kanal einen Schreibfehler im Namen hatte (CityFamr Augsburg) und auf dem zweiten Kanal fast nur Videos hochgeladen worden waren, die mit der CityFarm gar nichts zu tun hatten. Ich schlug Ildi vor, einen neuen Kanal mit dem Namen „CityFarm Aux“ zu erstellen. Ildi gefiel der Vorschlag gut, und bat mich, die relevanten Videos auf den alten Kanälen auf den neuen zu kopieren. Die beiden kurzen Videos, die tatsächlich relevant waren, wurden also auf den neuen Kanal überspielt.

http://www.youtube.com/channel/UC9GOTBBJ6Gtq7frrwuMRXFQ

1.5 Mitverwaltung des Blogs

Der Blog http://cityfarmaugsburg.wordpress.com/ dient Ildi und Benni als "digitales Tagebuch". Veranstaltungen, Neuigkeiten und Erlebnisse werden hier für Interessierte online vorgestellt. Im Rahmen des Projekts „Ein Sommer auf der CityFarm“ wurden hier alle Videos im Youtube-Player eingebettet, was dank den bereitgestellten http-Programmierbefehlen auf Youtube kein Problem darstellte. Außerdem wurden hier mehrfach Informationen zu den Öffnungszeiten und den kommenden Veranstaltungen, die mir von Ildi z.B. am Telefon mitgeteilt wurden, eingestellt.

http://cityfarmaugsburg.wordpress.com/2013/06/12/info-cityfarm-am-samstag-geschlossen/ 

1.6 Das Ergebnis

Die Video-Dokumentationsreihe „Ein Sommer auf der CityFarm“ hat bis zum Zeitpunkt dieses Projektberichts über 1700 Klicks auf Youtube erhalten und es wurden darüber über 30 Kommentare von Zuschauern verfasst. Mit dieser Resonanz kann ein Projekt wie die CityFarm, das sich ansonsten sehr wenig über digitale Medien definiert und vermarktet, sehr zufrieden sein.

Abschließend lässt sich zur Zusammenarbeit mit der CityFarm sagen, dass beide Seiten voneinander profitiert haben. Besonders Ildi hat mir in mehreren Feedback-Gesprächen versichert, dass meine Arbeit von großer Bedeutung für die Farm ist und sehr geschätzt wird und die Videos ihr selbst und ihren Besuchern sehr gut gefallen.

2. Tipps und Hinweise für Nachahmer

Während dem Projekt konnten einige Erfahrungen gesammelt werden, die hier aufgelistet werden, um möglichen zukünftigen Nachahmern Hilfestellung zu geben.

  • Ildi ist sehr vorsichtig, was die Kommunikation über Handy und Internet angeht. Passwörter, Interna oder Persönliches verschickt und bespricht sie grundsätzlich nicht über diese Kanäle.
     
  • Eine wichtige Voraussetzung für die Mitarbeit auf der Farm ist eine ausgesprochene Gelassenheit. Da die Uhren auf der Farm tatsächlich anders gehen, muss meist viel Zeit mitgebracht werden. Hektik ist hier ein Fremdwort, was zwar entspannend wirkt, aber gerade bei der Aufnahme von Medienprodukten hinderlich sein kann.
     
  • Gerade bei der Terminfindung gab es mehrfach kleinere Schwierigkeiten. Kurzfristige Absagen und Nicht-Einhaltung von vorher ausgemachten Zeiten kamen zwar nicht häufig vor und waren auch nicht weiter schlimm, können aber beim Zeitplan und -management der Projektpartner nicht ausgeschlossen werden.
     
  • Bewährt hat sich während der Produktion der Videos der Einsatz von einfachem Kameraequipment. Große Kameras beim Medienlabor auszuleihen würde die Herausforderung des Transport dieser Geräte auf die Farm mit sich bringen. Durch die Begebenheiten auf der Farm ist auch die Unversehrtheit ausgeliehener Elektronikgeräte nicht zu gewährleisten. 

 

3. Mögliche Abwandlung des Projekts

Die regelmäßigen kurzen Videos waren eine tolle Art der Dokumentation der Arbeit auf der Farm. Ein anderes Format, zum Beispiel ein Film von ca. einer Stunde Länge, wäre eine tolle Erweiterung des Projektes, und sollte mit einem Team aus zwei Leuten innerhalb eines Semesters sehr gut machbar sein. In einem zusammenhängenden Film könnte man vor allem auf Entwicklungen über das Jahr sehr gut eingehen und bestimmte Elemente als roten Faden bestimmen, beispielsweise die Wachstumsstufen der Pflanzen.

4. Persönliche Bewertung


Persönlich gefiel mir das Projekt auf der CityFarm sehr gut. Selbst wenn das Schneiden der Videos manchmal nervig war, machte die Zeit, die ich auf der Farm verbrachte, umso mehr Freude. Wie Ildi und Benni würde auch ich mich sehr freuen, wenn sich für dieses Projekt ein oder mehrere Nachfolger finden würden.