Schülerprojekte (Stadtjugendring)

 

 Im Rahmen des Seminars „Service Learning – Bildung durch Verantwortung“ der Universität Augsburg wurde das Projekt „Internetführerschein für Zehn- bis Dreizehnjährige“ durch die Jugendinformation des Stadtjugendrings (tip) angeboten. Unter der Leitung von Jana Wickert stellt das tip eine Anlaufstelle für Fragen und Probleme Jugendlicher dar. Im Fokus stehen die Themen Schule und Ausbildung, Freizeit, Soziales sowie Auslandsaufenthalte.

 

Für die Umsetzung des Projekts waren wir, Maike Huber und Stephanie Schäfer, zwei Medien und Kommunikationsstudentinnen, zuständig. Angesetzt waren zwei Schulungen für jeweils zwölf Teilnehmer, die an zwei Tagen in den Räumlichkeiten der Neuen Stadtbücherei stattfanden.

 


 

1.  Planung

Da der Internetführerschein in den vorherigen Jahren durch das tip durchgeführt wurde, stand uns bereits ein ausgearbeitetes Konzept zur Verfügung. Nach dem ersten organisatorischen Treffen, bei dem grundlegende Absprachen getroffen wurden, begann die inhaltliche Aufarbeitung. Die zu vermittelnden Inhalte waren in fünf Module unterteilt: Grundlagen des Internets, E-Mails, Orientierung im Web, Sicherheit und Prävention sowie Spiele und Downloads. Das vierte Modul Sicherheit und Prävention wurde von zwei Polizisten der Polizeiinspektion Augsburg Mitte, die auf Präventionsschulungen spezialisiert sind, übernommen.

Wir teilten diese untereinander auf und aktualisierten sie ab Juni in Einzelarbeit. Außerdem recherchierten wir ergänzende Literatur und erstellten Aufgabenblätter, um die Teilnehmer aktiv einzubinden. ­­Wir konzipierten den Internetführerscheintest und das abschließende Skript zur Übersicht des Gelernten für die Kinder.

Bevor der erste Kurs Anfang August startete, schickten wir den Ablaufplan und letzte Informationen an die Eltern, druckten Namensschilder, Teilnehmerlisten und Wegweiser. Nach der Reservierung der Computer und der Buchung des Besprechungsraumes bereiteten wir die Zertifikate vor.   

 

2. Durchführung

Am ersten Schulungstag mussten noch letzte Vorbereitungen getroffen werden, bevor um 10 Uhr die Kinder eintrafen. Nach dem Einnehmen der Teilnahmegebühr, stellte Jana Wickert kurz den Stadtjugendring und den Ablauf des Seminars vor. Wir starteten mit einer Kennenlernrunde , worauf das erste Modul Grundlagen des Internets folgte. Dabei erhielten die Jugendlichen Informationen über das Anlegen von Internetverbindungen und die wichtigsten Begriffe rund um den Umgang mit einem Computer. Zum besseren Verständnis der theoretischen Inhalte wurden die Module immer durch kurze Aufgaben unterbrochen. In eigenständiger Arbeit mussten die Kinder jeweils drei Fachwörter recherchieren und der Gruppe vorstellen.

 

Der zweite Themenblock befasste sich mit E-Mails, bei dem der Schwerpunkt auf der praktischen Arbeit am Computer lag. Jeder Teilnehmer erstellte sich anhand unserer Anleitung, die auf web.de zugeschnitten war, einen eigenen Account. Anschließend übten sie das Gelernte, indem sie sich untereinander E-Mails schickten, Anhänge hinzufügten und den Verteiler erweiterten.

 

Mit Kinderkatalogen und Suchmaschinen befasste sich das Modul Orientierung im Web. Der Fokus lag auf dem Erlernen von sicherem recherchieren im Internet. Außerdem erhielten die Teilnehmer Tipps, um Suchmaschinen zielgerichtet und effektiver zu nutzen. Die anschließende Aufgabe bestand darin mit Hilfe von Kinderkatalogen und Suchmaschinen Fragen zu beantworten.

 

Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Feedbackrunde, bei der sie unter anderem Erwartungen und Vorstellungen an den nächsten Tag formulieren konnten.

Der zweite Tag der Schulung begann mit dem Modul Sicherheit und Prävention im Internet. Die zwei Polizisten informierten die Kinder über das Urheberrecht und den sicheren Umgang in sozialen Netzwerken. Unterstützt wurde der Vortrag durch kurze Videosequenzen und dem Berichten über echten Fällen.

 

Der letzte Themenblock Download und Spiele unterteilte sich inhaltlich in zwei Bereiche. Der erste Teil handelte von Downloads und Uploads, was später durch das Herunterladen eines Bildes von einer Homepage in der Praxis geübt wurde. Im zweiten Bereich wurden die Kinder über die Vorteile von Online- und Downloadspielen informiert. Es wurde ihnen eine Auswahl an geprüften Spieleportalen mitgegeben.

Am Ende der Schulung fand der abschließende Test, der das Gelernte abfragte, an den Computern statt. Während der Korrekturphase äußerten die Kinder in der Feedbackrunde Lob, Kritik und Anregungen, bevor die Tests mit den Zertifikaten und ihrem Internetführerschein ausgehändigt wurden.

  

3. Ziele

Die grundlegende Idee hinter dem Internetführerschein ist es zu gewährleisten, dass die Zehn- bis Dreizehnjährige eigenständig und sicher im Umgang mit dem Internet sind. Sie sollen Wissen im Hinblick auf die technischen Grundlagen, Potenziale und Gefahren im World Wide Web erlangen. Zudem sollen sie nach der Schulung fähig sein, den Computer in ihrer Freizeit und ihren Arbeitsalltag Schule sinnvoll integrieren zu können. Außerdem ist es ein Ziel „soft skills“ wie eigenständiges Lösen von Aufgaben und Teamfähigkeit zu erwerben.

 Für uns, als Durchführende des Projektes, stand eine erfolgreiche Schulung im Vordergrund. In der heutigen Zeit ist das Internet allgegenwärtig, das allerdings vielfältige Kompetenzen voraussetzt. Neben der Motivation diese den Teilnehmern zu vermitteln, stellte die Entwicklung und Durchführung des Kurses auch für uns einen Lernprozess dar.

Im Bereich Organisation sahen wir uns vor den Herausforderungen des Zeitmanagements, der Materialbeschaffung, der Gestaltung einer Lernumgebung für unsere Zielgruppe und der Bereitstellung der Technik.

Die Zusammenarbeit mit Tschamp, dem Ferienprogramm der Stadt Augsburg, der Kooperation mit dem tip und das Kontaktieren der Eltern gehörte ebenso in unser Aufgabenfeld. Dadurch erfuhren wir die Wichtigkeit einer funktionierenden Kommunikation.

Die inhaltliche Aufbereitung der Module und deren Präsentation erforderte ein gewisses Einfühlungsvermögen unsererseits im Hinblick auf die Zielgruppe. Aus diesem Grund wählten wir beispielsweise die Präsentationsform einer Prezi, um die Schulung anschaulicher zu gestalten und die Interaktion zu fördern.

Der Faktor mit Kindern zu arbeiten erforderte von uns Flexibilität und Spontanität, verstärkt durch das unterschiedliche Vorwissen zum Thema Internet.

Da unser Projekt nur in der Gruppe funktionieren konnte, waren wir auf gute Teamarbeit angewiesen. Nur durch gute Kommunikation und die Fähigkeit konstruktive Kritik sowohl äußern, als auch annehmen zu können, konnten erfolgreiche Schulungen stattfinden.

  

4. Anregungen und Kritik

 

Inhaltliche Anregungen:

Bei der Aufgabe im Modul Grundlagen im Internet stellten wir bei der ersten Schulung fest, dass die Anzahl der zu recherchierenden Begriffe die Kinder zunehmend unter Druck setzte. Dabei stellte die vorgegebene Zeit und die Komplexität einiger Begriffe ein Problem dar. Aus diesem Grund entschieden wir uns in dem zweiten Kurs auf zwölf Fachwörter zu verzichten.

Bei der Aufgabe im Modul E-Mails wurden wir in der ersten Schulung von technischen Problemen auf web.de überrascht und ein Anlegen eines Accounts war nicht mehr möglich. Unsere Anleitung zum Einrichten einer E-Mailadresse war konkret auf den Anbieter web.de konzipiert. Dadurch war ein reibungsloser Wechsel zu einem anderen Anbieter erschwert. Für diesen Fall sollte bei weiteren Schulungen darauf geachtet werden, eine Alternative bereit zu halten.

 

Organisatorische Anregungen:

Um ein ehrliches Feedback zu erhalten, muss Anonymität gewährt werden. Daher entschieden wir uns, dass die Kinder die Bewertung in unserer Abwesenheit auf Plakaten festhalten konnten.

Um für eine rechtliche Absicherung zu sorgen ist es notwendig Einverständniserklärungen für das Erstellen von E-Mail-Accounts bei den Erziehungsberechtigten einzuholen.

Abgerundet wird das Projekt durch das Versenden des Skripts an die zuvor erstelle E-Mail-Adresse des Kindes, um zum einen den Teilnehmern ein Nachschlagen zu ermöglichen, zum anderen auch die Eltern über das Gelernte in Kenntnis zu setzten.

Unsere Erfahrung nach Abschluss des Projekts ist es, die Theorie- und Praxisphasen ausgeglichen zu gestalten, um die Konzentration der Kinder aufrecht zu erhalten. Die Arbeit am Computer erleichtert das Verstehen komplexer Zusammenhänge. Deshalb wäre es sinnvoll das bisher ausschließlich theoretische Modul Sicherheit und Prävention durch eine Aufgabe zu ergänzen.

Bei unseren Kursen hatten wir den Eindruck, dass die Erwartungen der Kinder und auch der Eltern erfüllt werden konnten. Die Schulung bereitete uns viel Freude und wir glauben, dass sowohl die Teilnehmer als auch wir neues Wissen erwerben konnten.

 

 

II. Journalismus-Workshops für die Jugendinfoscouts

                            (Zusammenarbeit mit TIP-Jugendinformation/WS-2012/13)

  

Im Rahmen des Seminars „Service Learning – Bildung durch Verantwortung“ der Universität   Augsburg wurde ein zweites Projekt „Schulung der Jugendinfo-Scouts“  durch die Jugendinformation des Stadtjugendrings (TIP) angeboten. 

Für die Umsetzung des Projekts waren wir, Maike Huber, Louisa Baumgärtel und Natia Tsikelasvili, drei Medien und Kommunikationsstudentinnen, zuständig. Angesetzt waren mehrere Schulungstage für die vier Jugendblogger, die in den Räumlichkeiten der Neuen Stadtbücherei stattfanden. 

Die Jugendinfo-Scouts stellen ein Blogger-projekt dar, in dem Schülerinnen und Schüler ehrenamtlich auf der Facebook-Seite des tips regelmäßig Artikel verfassen. Um für diese Aufgabe ausreichend vorbereitet zu sein, wurde dieses Programm in das Service-Learning-Konzept integriert.

 

  • Ziele

Lernziele der Teilnehmer:

Die Jugendinfo-Scouts sollen Kompetenzen in verschiedenen Bereichen erhalten: Einerseits sollen sie journalistisches Arbeiten und Recherchemethoden im Internet, zudem Wissen über rechtliche Grundlagen wie Datenschutz und Urheberrecht vertiefen. Außerdem sollen die Schüler eine Einführung in die fotografische Gestaltung und vertiefende Einblicke in soziale Netzwerke bekommen.

Neben der theoretischen Wissensaneignung wird das Erlernte durch praktisches Umsetzen vertieft: Dabei spielen zusätzliche Aneignen von Soft Skills wie Teamarbeit, Kreativität und Selbstständigkeit eine Rolle. Außerdem sollen Fähigkeiten im Bereich der konstruktiven Kritik gefestigt werden.

 

Lernziele der Studenten:

Organisatorisch sahen wir uns besonders mit der Herausforderung eines flexiblen Zeitmanagements konfrontiert, da zwei der Studentinnen durch einen anstehenden Auslandsaufenthalt nur einen begrenzten zeitlichen Rahmen zur Verfügung hatten. Das schloss wenig Zeit für die Materialbeschaffung, eine angemessene Gestaltung einer Lernumgebung und Beschaffung des technischen Equipments, ein.

Des Weiteren erforderte die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern sowie die Kooperation mit dem tip eine zuverlässige Kommunikation.

Inhaltlich verlangten die Thematiken der Workshops uns eine ausführliche Recherche ab, da es sich weitestgehend um komplexe Zusammenhänge handelt. Um zielgruppengerecht und innovativ präsentieren zu können, wählten wir wiederholt eine Prezi . 

Teamarbeit und konstruktive Kritik standen auch hierbei im Vordergrund, um den Jugendinfo-Scouts ein abgerundetes und vollständiges Konzept anbieten zu können.

  • Planung

Da das Projekt der Jugendinfo-Scouts und die unterstützenden Workshops ein Pilotprojekt darstellen, erforderte die Konzeption besonderen Arbeitsaufwand. In Rücksprache mit Jana Wickert wählten wir die fünf oben genannten thematischen Schwerpunkte aus. Um eine intensive Behandlung gewährleisten zu können, entwickelten wir drei Workshop-Blöcke und teilten diese untereinander auf.

Zur Aneignung und anschließenden Vertiefung unseres Wissens, wählten wir geeignete Literatur und zogen Expertenmeinungen hinzu.

Abschließend erstellten wir offizielle Urkunden, um den Schülern und Schülerinnen eine aktive Teilnahme zertifizieren zu können.

 

 

 

  • Durchführung

Die drei Workshops fanden in den Räumlichkeiten der Neuen Stadtbücherei statt, in der eine gute Lern- und Arbeitsatmosphäre entstehen konnte. Durch bereits bestehendes Vorwissen der Jugendlichen, konnten unsere mehrstündigen Vorträge durch Einwürfe und kontroverse Diskussionen interaktiv gestaltet und dadurch bereichert werden. Durch Videos und Teamarbeit gestalteten wir unsere Vorträge lebendiger und zielgruppengerecht. Im Bereich der fotografischen Gestaltung wurden die Teilnehmer beispielsweise aufgefordert selbst Motive in Szene zu setzen, die anschließend im Plenum diskutiert wurden.

 

1.Thema- Weihnachten beim Workshop über Forografie

 

  

2. Thema- Personen, Figuren, beim Woekshop über Fotografie

 

  

  • Fazit und Kritik

Inhaltliche Anregungen:

Um eine bessere Verknüpfung zwischen den theoretischen Inhalten und der Blogger-Tätigkeit der Jugendlichen herstellen zu können, sollte - unserer Meinung nach – der erste Eintrag auf der Facebook-Seite intensiver betreut werden. Außerdem könnte ein eigener Vortrag über das Erstellen eines solchen Beitrages dem bisherigen Workshop ergänzt werden.

Ein anderer thematischer Block könnte eine Art „Schreibwerkstatt“ darstellen, in der nicht nur grammatikalisches Regelwerk aufgefrischt, sondern auch stilistische Verfeinerungen erarbeitet werden können.

Organisatorisch verlief unsere Arbeit strukturiert und problemlos, insgesamt sind wir mit der Durchführung des gesamten Projekts sehr zufrieden.

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Universität Augsburg, WS 2012/13

Studiengang: Medien und Kommunikation

Professur: Medienpädagogik

Seminar: Service Learning-Soziales Lernen in Schule, Hochschule und Weiterbildung

Dozenten: Philip Mayer, Miriam Apffelstaedt

Abgegeben von: Maike Huber, Louisa Baumgärtel, Natia-Marta Tsikelashvili

Datum: 31.03.2013

 

 

 

 

 

 

 

 

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