Projekt Facebookauftritt (Malteser Augsburg)

     Inhaltsverzeichnis:

1) Projektidee

2) Projektpartner

3) Social Network Marketing

4) Projektdurchführung

    4.1) Vorbereitung

    4.2) Konzeptionelle Planung

    4.3) Ist-Analyse

    4.4) Adaption und Integration

    4.5) Problematiken

    4.6) Roadshow

    4.7) Synergie: Webauftritt-Facebook

    4.8) Konzeptentwicklung und Präsentation

5) Projektbewertung

6) Lerneffekt

 ______________________________________________________________________

Im Rahmen des Seminars „Service Learning  - Bildung durch Verantwortung“ der Universität Augsburg  wurden verschiedene soziale Projekte angeboten, um das Lernen an der Theorie mit dem an der Praxis zu verknüpfen. Dabei wurde ein Projekt der Malteser in der Diözese Augsburg angeboten, in dem es darum geht ein Konzept für einen professionellen Facebookauftritt der Malteser Augsburg  zu erstellen. Umgesetzt wurde dieses Projekt schließlich von uns, Stephan Reichl und Sabrina Fuchs – zwei Medien und Kommunikationsstudenten der Universität Augsburg in Zusammenarbeit mit der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising der Malteser, Beatrix Hertle.

1)Projektidee: „Facebookauftritt für die Malteser in der Diözese Augsburg“

Die Projektidee ist die Weiterführung eines Projektes  aus dem vorangegangenen Service-Learning Seminars, das bereits ebenfalls mit den Maltesern Augsburg durchgeführt wurde. In dem vorangegangenen Seminar wurde in Zusammenarbeit mit Frau Hertle ein Image-Film für die Malteser in der Diözese Augsburg erstellt.

Aus dem guten Kontakt mit Frau Hertle entwickelte sich nun die Idee einen gemeinsamen Facebookauftritt für alle 15 Gliederungen der Malteser in der Diözese Augsburg zu konzipieren.

 

2) Projektpartner: Malteser in der Diözese Augsburg.

Die rote Fahne des Malteser Ordens und der Malteser Hilfsorganisation ziert das weiße Malteser-Kreuz und ist seit mehr als 300 Jahren das Zeichen für Menschen, die helfen. Die Gemeinschaft der Malteser geht zurück auf ein vom seligen Gerhard gegründeten Hospiz in Jerusalem. Über die Jahrhunderte hinweg wandelte sich das Aufgabengebiet des Malteser-Ordens vom Hospizwesen über das Sanitätswesen hin zu einer Hilfsorganisation mit einer Vielzahl an Aufgabenschwerpunkten.  Unter dem Slogan „… weil Nähe zählt!“ engagieren sich heute alleine in der Diözese Augsburg 200 Mitarbeiter in 15 Dienststellen. Unterstützt werden Sie durch 1.300 Ehrenamtliche und 40.000 Mitglieder. 2012 feierten die Malteser in der Diözese Augsburg ihr 50-jähriges Bestehen.  Die Malteser sind eine Non-Profit-Organisation, die sich komplett über Fördermitglieder und Spenden finanziert.

3)  Social Network Marketing

Unter Social Network Marketing versteht man die Nutzung von sozialen Netzwerken für Marketing-Zwecke. Deshalb setzt heutzutage jedes noch so kleine Unternehmen beziehungsweise jede Organisation einige Ressourcen ein, um einen geeigneten Social-Media-Auftritt zu gewährleisten. Mit einem verhältnismäßig geringem Aufwand, kann ein sehr großes Zielpublikum erreicht werden, da potentiell jeder gratis eine Facebook-Seite einrichten und nach den eigenen Vorstellungen gestalten kann. Natürlich ist dies für eine ehrenamtliche Organisation schwierig, da keine Mittel zur Verfügung stehen, um beispielsweise eine eigene Agentur oder extra Mitarbeiter mit der Betreuung der Seite zu beauftragen. Deshalb sollte ein geeignetes Konzept im Rahmen des Service-Learning-Projektes erarbeitet werden, welches sicherstellt, dass eine professionelle Facebook-Seite ohne viel Aufwand für eine Einzelperson betrieben werden kann.

 

4) Projektdurchführung

Zielsetzung des Service-Learning Projektes war es, ein Konzept für einen potentiellen Facebook-Auftritt der Malteser in der Diözese Augsburg zu entwickeln, sodass die Organisation auch im Web 2.0 präsent ist.  Nachdem  Social Network Marketing eine immer größer werdende Bedeutung in der Öffentlichkeitsarbeit bekommen hat und im Bereich der modernen Kommunikationswissenschaft einen besonderen Stellenwert hat, galt es hier ein für eine Non-Profit-Organisation passendes und adäquates Konzept zu entwickeln. Durch diese Seite will die Gemeinschaft der Malteser einerseits weitere aktive Helfer für sich gewinnen und andererseits die Spendeneinnahmen erhöhen, aber auch schlicht informieren und teilhaben lassen.

4.1) Vorbereitung

In Vorgesprächen mit Frau Hertle, der verantwortlichen Leiterin des Bereiches Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising bei den Maltesern in der Diözese Augsburg, wurden die Besonderheiten einer sozialen Einrichtung, wie den Maltesern, mit so vielen Gliederungen und Aufgabengebieten erörtert.

Nachdem in ersten Vorgesprächen die genauen Ziele des Projektes geklärt wurden, galt es nun das Konzept vorzubereiten. Deshalb wurde zunächst recherchiert, welche positiven beziehungsweise negativen Beispiele es für Facebook-Auftritte von gemeinnützigen Organisationen bereits gibt und welche Eigenschaften eine Seite haben muss, um viele Fans zu bekommen, welche die Inhalte mit verfolgen. Ein Beispiel für eine solche Eigenschaft wäre ein hoher Grad an Interaktivität und Aktualität auf der Seite.

Zu den Besonderheiten dieser NGO zählen zum einen die Gliederungsstruktur wie auch die Vielzahl an Diensten, die von der Jugendbetreuung in der Malteser Jugend bis zum Sitztanz für Senioren oder von Hausnotruf über den Rettungseinsatz bis hin zum Katastrophenschutz reicht.



 

 4.2) Konzeptionelle Planung

Hier galt es nun die bisherige Darstellung in der Öffentlichkeitsarbeit auf die Bedürfnisse und die Besonderheiten eine Social Network Marketing zu adaptieren.

Das zu entwickelnde Konzept sollte leicht zu pflegen sein, da der Großteil der Arbeit der Malteser durch ehrenamtliche Helfer erfolgt. Die Koordination sollte weiter über die Regionalstelle in Augsburg erfolgen, die jedoch eben nur koordinierend tätig werden sollte. Auch sollten die bisherigen Teile der Öffentlichkeitsarbeit und des bestehen Webauftritts in Typo3  integrierbar sein.

Im Social Network Marketing gilt ein Leitspruch: „ Do not let ONE Person do 100% work, let do 100 Person do 1% work.“. Es geht also darum, den Aufwand, den es zum Betreiben dieser Seite bedarf, möglichst gering zu halten, indem jedes Mitglied der Organisationen regelmäßige Beiträge leistet. Dieser Leitspruch nun, ließ sich hervorragend auf die Anforderungen der Malteser für einen Facebook-Auftritt in das Konzept integrieren.  Zuerst wurden die 7 Stufen für das theoretische Social Network Marketing als Grundlage für das Konzept herangezogen.

1.) Establish your core objects

2.) Listen to your audience

3.)Target your audience

4.) Select social media network

5.) Identify availible/required assets

6.) Measure impact

7.) Maintain relationship

Diese sieben Stufen zeigen auf welche verschiedenen Schritte nacheinander berücksichtigt werden können, damit ein Auftritt in einem sozialen Netzwerk zum Erfolg wird. Zunächst sollen demnach die konkreten Ziele des Unternehmens oder der Organisation, welche durch Social Network Marketing verfolgt werden, ins Auge gefasst werden. Die Malteser Augsburg haben, wie bereits erwähnt, das Ziel, ihre Präsenz auch ins soziale Netzwerk zu verlagern, um noch mehr Menschen anzusprechen und zur gemeinnützigen Hilfe anzuregen. Anschließend richtet sich der Blick auf das Zielpublikum, welches identifiziert und analysiert werden soll, damit sich dieses durch den Social-Media-Auftritt auch tatsächlich angesprochen fühlt. Das Zielpublikum der Malteser sind alle engagierten Menschen im Raum Augsburgs. Nach der Wahl eines geeigneten sozialen Netzwerkes, in diesem Fall ist die Wahl auf Facebook gefallen, werden die, für die Arbeit am Social-Media-Auftritt notwendigen, verfügbaren Ressourcen identifiziert. Im Fall der Malteser Augsburg sind diese Ressourcen gering. Sie können es sich beispielsweise nicht leisten eine Agentur zum Betreiben der Seite zu engagieren. Nachdem der Auftritt in einem sozialen Netzwerk dann schließlich erfolgt, muss zunächst die Wirkung auf das Publikum erfasst werden, um diese, hoffentlich erfolgreiche entstandene Beziehung zum Zielpublikum, aufrecht zu erhalten.

Walter Fisch sagte einmal „Tue Gutes und rede darüber.“ Social Network Marketing sagt aus „Tue Gutes und lass andere darüber reden.“. Jedes Konzept für Social Media Marketing sollte dieser Aussage folgen. Denn Folgen, Teilen, Liken und Kommentieren sind die Zauberworte des Social Network Marketings- nicht nur bei NGO´s.

Die Nutzer stellen hierbei die wertvollste Quelle für das Social Network Marketing dar und erzeugen den Großteil des Inhaltes. Die Nutzer sind dabei ständig mit Gesprächen und dem Erzählen von Geschichten beschäftig. Sie sind untereinander vernetzt, sowohl offline als auch online. Die Grundlage für zielführendes Social Network Marketing ist es, diese Nutzer und deren Netzwerke für sich zu gewinnen. Durch anregende Inhalte sollen Nutzer dazu verleitet werden auf den „Gefällt-mir“- Button zu klicken und beziehungsweise oder Kommentare zu posten, woraus sich wünschenswerter Weise eine Diskussion oder ein angeregtes Gespräch zu einem Thema entwickeln könnte. Das steigert die Interaktivität auf der Seite und das Interesse der Nutzer.

 

Um eine ausreichende Anzahl an Themen zur Verfügung stellen zu können, über das die Nutzer dann „reden“ können, wurde hier der Ansatz verfolgt, dass alle Gliederungen der Diözese Augsburg sich unter einem Facebook-Auftritt vereinen und diesen als gemeinsame Plattform benutzen. Dadurch soll erreicht werden, dass vielfältige Inhalte auf der Seite erscheinen und dass möglichst viele sich in dieses Projekt einbringen und die Arbeit so verteilt wird („ Do not let ONE Person do 100% work, let do 100 Person do 1% work.“ ).

Auf „Unterreitern“ kann auf die Verortung der einzelnen Gliederungen eingegangen werden. Die „Chronik“, so wie auch die Veranstaltungen, Termine, und Meldungen sowie auch die „Fans“ sollten über den gemeinsamen Facebook-Auftritt „geshared“ werden, um hier die Grundlage für das Wachstumspotential zu schaffen.

 

4.3) Ist-Analyse

Eine gründliche Recherche zu den Maltesern in Facebook ergab, dass die Malteser Köln bereits mit diesem Ansatz sehr erfolgreich arbeitet. Der Unterschied zu dem Augsburger Konzept ist jedoch, dass in Köln die Pflege und die Koordination über eine externe Agentur erfolgt, was in Augsburg nicht erwünscht ist. Auch den deutschlandweiten Auftritt der Malteser  haben wir uns genau angeschaut. Dabei haben wir jedoch festgestellt, dass diese Seite nicht interaktiv und zu unpersönlich beziehungsweise zu offiziell aufgebaut ist. Hier finden sich lediglich Pressemeldungen und weitere offizielle Bekanntgaben, jedoch keine Beiträge, welche außenstehende Nutzer zu Kommentaren animieren könnten und Blicke hinter die Kulissen bieten. Gerade Blicke hinter die Kulissen und spannende „Mitmach-Aktionen“ wecken meist das Interesse von Nutzern. Deshalb haben wir beschlossen uns an diesem Konzept nicht zu orientieren.

 

Offizieller Malteser Auftritt der Diözese Köln (http://www.facebook.com/Malteser.DGS.Koeln?fref=ts)

Deutschlandweiter Malteser-Auftritt (http://www.facebook.com/malteser.de?fref=ts)

4.4) Adaption und Integration

Das zugrunde liegende Konzept lässt sich jedoch leicht auf den Augsburger Auftritt anwenden.

Somit stand das Grundgerüst des Konzeptes, das alle Gliederungen der Malteser in der Diözese Augsburg unter einem gemeinsamen Dach in Facebook zusammenführt und die meisten Inhalte und vor allem auch die „sozialen“ Komponenten wie Fotos gemeinsam nützt. „Soziale“ Inhalte werden jeweils über die einzelnen Gliederungen „publiziert“ und durch die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helfer und Mitglieder durch liken, teilen und kommentieren großflächig, ganz dem Aufbau eines sozialen Netzwerkes entsprechend, distribuiert. Auf diese Weise werden Informationen der Malteser Augsburg an einen großen Teil der Facebook-Gemeinde weiter gegeben und womöglich weitere Mitglieder der Seite dazu gewonnen.

 

4.5) Problematiken

Bei dem verfolgten Ansatz treten jedoch zwei potentielle Probleme auf. Zum einen müssen die Haupt- und Ehrenamtlichen davon überzeugt werden, dass ein gemeinsamer Facebook-Auftritt eine „win-win-Situation“ darstellt und zum anderen müssen sie motiviert werden, auch an der Maintenance des Systems durch „Posts“ und Inhalte mit zu wirken, was eine Grundvoraussetzung für das ganze Konzept darstellt. Deshalb hat Frau Hertle beschlossen, mit allen Verantwortlichen der verschiedenen Gliederungen persönlich zu sprechen, um sie tatsächlich für dieses Projekt zu gewinnen und um sich ihre Mitarbeit zu gewährleisten. Das zweite potentielle Problem liegt im Bereich der „Posts“. Da die Malteser teilweise bei ihrer Arbeit mit sehr sensiblen personenbezogenen Daten umgehen, die unter anderem auch der Schweigepflicht unterliegen, muss hier ein Leitfaden, den es zum Teil schon gibt, nochmals sehr präsent und sensibilisierend dargestellt werden. Das heißt, es ist sehr wichtig zu beachten, dass nicht alles fotografiert und mit der Öffentlichkeit geteilt werden darf. Dieses Wissen sollte auf jeden Fall bei jedem Mitarbeiter immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden.

4.6) Roadshow

Für beide Probleme wurde so etwas wie eine „Roadshow“, also eine Präsentation, nach Fertigstellung eines Facebook- Auftrittes der Malteser in der Diözese Augsburg diskutiert und als potentielle Lösung in Erwägung gezogen.

4.7) Synergie Webauftritt - Facebook

Für den allgemeinen Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und die Integration der bestehenden und zukünftigen Publikationen über die Malteser-Webseiten wurde ein Facebook-Plug-In für Typo3 angedacht, so können klassische PR-Meldungen der einzelnen Webseiten der Gliederungen direkt in den  gemeinsam genutzten Facebook-Kanal als kurze Zusammenfassungen übernommen werden. Bezüglich der Einbindung von klassischen PP-Meldungen in Social-Media wurde noch die Häufigkeit und der Umfang diskutiert, da Social-Media doch eher durch interpersonelle Kommunikation und nicht durch Unternehmensverlautbarungen geprägt ist. Hier muss unbedingt auf den Charakter von sozialen Medien geachtet werden, die keine Publikationsplattform für klassische Anzeigen und Kampagnen-Marketing darstellt.

Pressemitteilungen der Webseite http://www.malteser-augsburg.de/, welche durch das Plug-In automatisch auf der Facebook-Seite erscheinen

4.8) Konzeptentwicklung und Präsentation

Auf Grundlage dieser Überlegungen wurde ein Konzept für den Facebook -Auftritt der  Malteser erarbeitet und vorgestellt. Das Konzept wurde sorgfältig erstellt und anschließend in einem abschließenden Gespräch mit Frau Hertle und einem ihrer Kollegen durchgesprochen. Dabei haben wir auch aufkommende Fragen beantwortet und eine weitere konzeptionelle Betreuung vereinbart. Die weitere Umsetzung und Ausführung des Konzeptes zu einem Facebook-Autritt wird im kommenden Semester wahrscheinlich durch eine studentische Praktikantin übernommen werden.

5) Projektbewertung

Auf studentischer Seite gab das Projekt zum einen, einen interessanten Einblick in die Struktur und das Aufgabengebiet eines Hilfsdienstes und zum  anderen gewährte es einen Blick hinter die Kulissen von Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising. Auch die eingehende Beschäftigung mit Social Media Marketing bot interessantes Zusatzwissen, das weit über die tägliche Nutzung von Facebook als User hinausgeht.

Auf Seiten der Malteser konnten wir hier, durch das Wissen, das wir uns für das Projekt angeeignet haben, einen erfolgreichen Beitrag zur Unterstützung dieser Hilfsorganisation beitragen. Die Kommunikation war auf beiden Seiten stets gewinnbringend. Insgesamt war das Seminar also ein Erfolg und sehr bereichernd. 

6)Lerneffekt

Für den Lerneffekt spricht hier eindeutig, dass theoretisches Wissen, das für das Projekt, passend zum Studiengang Medien und Kommunikation recherchiert wurde, in eine praxisbezogene Umgebung transferiert werden musste. Interessanterweise stellte sich dabei heraus, dass die schriftliche Konzeption, nicht wie anfänglich gedacht, leichter als die Umsetzung ist, sondern einen weitaus höheren Zeitaufwand in Anspruch nimmt.

 

 

Universität Augsburg, WS 2012/13

Studiengang: Medien und Kommunikation

Professur: Medienpädagogik

Seminar: Service Learning-Soziales Lernen in Schule, Hochschule und Weiterbildung

Dozenten: Philip Meyer, Miriam Apffelstaedt

Abgegeben von: Stephan Reichl, Sabrina Fuchs

Datum: 31.03.2013

 

 

 

 

 

 

 

AnhangGröße
malteser konzept.pdf822.33 KB