Video-Quiz zur HIV-Aufklärung (AWO Schwaben)

Videodreh
 
 
 

1. Hintergrundinformationen

Im Rahmen des Seminar “Service Learning” an der Universität Augsburg, erstellten wir, die Studierenden Stefanie Dintner, Desirée Löbel und Isabelle Möckel, ein Video-Quiz zum Thema HIV in Zusammenarbeit mit dem AWO-Zentrum für Aidsarbeit Schwaben (ZAS). Das Quiz wird vom ZAS vor allem für die Präventionsarbeit an z.B. Schulen eingesetzt. Zusätzlich soll der Film auf Youtube und der Homepage des ZAS eingebunden werden.

Das Zentrum für Aidsarbeit Schwaben

Der Partner des Projektes, das AWO-Zentrum für Aidsarbeit Schwaben, ist als anerkannte Fachstelle in allen Fragen zu HIV/AIDS für den Regierungsbezirk Schwaben zuständig. Bestandteile der Arbeit des interdisziplinären Teams, sind in erster Linie die Information und Beratung der Allgemeinbevölkerung zum Thema HIV/AIDS. Außerdem bietet das AWO-Zentrum psychosoziale Begleitung und sozialrechtliche Beratung für HIV-Infizierte und Aidskranke sowie ihre Angehörigen an. Die Mitarbeiter setzten sich für den Aufbau eines umfassenden Versorgungsnetzes für Betroffene ein und berücksichtigen dabei die individuellen Bedürfnisse der infizierten und erkrankten Personen. Außerdem leistet das Team Öffentlichkeitsarbeit, Gremienarbeit, organisiert Präventionsveranstaltungen und Fort- und Weiterbildungen. Die Hauptverantwortlichen des Projektes zum HIV- Quiz sind die Diplom-Psychologin Bettina Schmidt und ihre Kollegin Nadja Tsirfa. (Quelle: http://www.zas-schwaben.de/

HIV/AIDS

Die Abkürzung HIV kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt “Menschliches Immunschwäche Virus”. Der HI-Virus wird durch Körperflüssigkeiten, wie Sperma oder Blut übertragen. Die HIV-Infektion führt zu einer Zerstörung des Immunsystems und entwickelt sich nach einer unterschiedlich langen Inkubationszeit zu AIDS. 

AIDS steht für “Erworbener Immundefekt”. Die Diagnose AIDS wird gestellt, wenn so genannte AIDS definierte Krankheiten, wie bestimmte Infektionen oder bösartige Tumore festgestellt werden. Der Ausbruch von AIDS kann durch Medikamente heutzutage hinausgezögert, die AIDS-Krankheit aber nicht geheilt werden.

Projektauswahl

Für das Projekt in Zusammenarbeit mit dem ZAS haben wir uns entschieden, da wir alle das Thema HIV für sehr wichtig und interessant halten. Keiner von uns verfügte vor dem Projekt über gute Kenntnisse zu dem Thema. Dies wurde uns in der Vorbereitung der Quizantworten besonders deutlich. Das Projekt reizte uns, da wir mehr über das Thema HIV lernen wollten, was uns schließlich auch gelungen ist.

Projektziele

Allgemeines Ziel des Quiz ist es, Irrtümer über HIV aufzuklären. Besonders Jugendliche sollen wertvolle Informationen aus dem Quiz mitnehmen. Da unser Ergebnis vor allem bei Präventionsveranstaltungen mit jungen Leuten eingesetzt werden soll, haben wir uns für die Form eines Quiz entschieden. Ein Quiz bietet die Möglichkeit, die Teilnehmer der Präventionsveranstaltungen aktiv mit einzubeziehen und dadurch ihre Aufmerksamkeit während der Veranstaltung aufrecht zu erhalten. Ziel dieser Form eines Ratespiels und des integrierten Spaßfaktors ist es, das Interesse der Jugendlichen zu dem Thema HIV zu wecken und durch die begründete Auflösung der Fragen, den Wissenstand der Jugendlichen zu erweitern.

Verwendete Methoden und Werkzeuge

Wie bereits erwähnt, entschieden wir uns für eine audio-visuelle Produktion. Für die Erstellung des Videos nutzten wir verschiedene Werkzeuge, sowohl für die Gruppenarbeit, als auch auf die technische Produktion bezogen. Diese sollen nachfolgend erläutert werden.

Für die Gruppenarbeit benutzten wir vor allem Google Drive und eine Facebook Gruppe. Google Drive diente zur Entwicklung und Festhaltung von Ideen, während über Facebook aktuelle Informationen gepostet, Termine für Gruppentreffen vereinbart und Unklarheiten diskutiert wurden. Den Kontakt mit Bettina Schmidt haben wir über Telefon und Email gehalten.

Die technische Umsetzung der Audio-Aufnahmen haben wir mit Hilfe des Programms “Adobe Audition” vorgenommen. Mit diesem Programm wurden die einzelnen Textelemente zusammengeschnitten. Um das Material sinnvoll visuell zu unterstützen, drehten wir einen Film mit einer HPX-Kamera, der an das Konzept der Simpleshow anlehnt. Wir  nutzten für das Zusammenfügen der Audio- und Video-Spur und für die Bearbeitung des Rohmaterial das Schnittprogramm “Final Cut Pro”.

2. Projektablauf

Die Idee, über HIV Irrtümer aufzuklären, hat uns bereits bei unserem ersten gemeinsamen Treffen mit den Mitarbeitern des AWO-Zentrums gut gefallen. Wir merkten schnell, dass wir selbst über sehr wenig Wissen zu dem Thema HIV verfügten. Dadurch wurde  unsere Motivation geweckt, das AWO- Team bei der Aufklärungsarbeit zu unterstützen und zusätzlich unseren eigenen Wissenstand zu erweitern. Unsere erste Idee war es, Interviews mit Passanten auf der Straße zu führen, um herauszufinden, was die Bevölkerung über das Thema HIV weiß. Wir überlegten, ob wir diese Interviews filmen oder nur Tonaufnahmen machen sollten. Wir entschieden uns für Tonaufnahmen, da wir vermuteten, dass sich nur sehr wenige Passanten dazu bereit erklären würden, bei ihrer Aussage gefilmt zu werden. Die gesammelten Antworten wollten wir dann in einem Podcast zusammenschneiden. Nachdem die AWO-Mitarbeiterinnen Bettina und Nadja die häufigsten Irrtümer für uns aufgeschrieben hatten, begannen wir mit der Befragung. Wir machten die Erfahrung, dass es nicht leicht ist, Personen zu finden, die bereit sind, Fragen zum Thema HIV zu beantworten. Nach einigen Versuchen in der Uni und in der Fußgängerzone der Stadt hatten wir brauchbares Material gesammelt. Da unser Ergebnis hauptsächlich für Jugendliche zu Aufklärungszwecken verwendet werden sollte, war es uns wichtig die Fragen und die Aussagen der Passanten in eine Rahmengeschichte zu verpacken. Es fiel uns schwer eine geeignete Geschichte zu entwickeln. Schließlich hatten wir die Idee ein Quiz zu erstellen. Wir wollten das Quiz an die Fernsehsendung 1, 2 oder 3 anlehnen und dem Zuhörer jeweils drei Antwortmöglichkeiten bieten, von denen eine richtig ist. Leider konnten wir aus dem gesammelten Interviewmaterial keine optimalen Antwortmöglichkeiten entnehmen. Also entschieden wir uns dazu, die Antworten selbst einzusprechen und uns dabei von den Aussagen der Passanten inspirieren zu lassen. Bettina Schmidt sendete uns die jeweils richtigen Antworten zu. In einem weiteren Treffen besprachen wir die genauen Formulierung der Quizfragen. Nachdem das verschriftlichte Quiz mit dem ZAS durchgesprochen war, sprachen wir dieses im Tonstudio des Studentenradios Kanal-C ein. Von der fertigen Audio-Version unseres Quiz waren sowohl wir drei als auch Bettina und ihre Kollegen begeistert. Da wir ein Produkt schaffen wollten, was von den Mitarbeitern des AWO-Zentrums optimal zu Präventionszwecken eingesetzt werden kann und Bilder einen Sachverhalt noch einmal verdeutlichen, wollten wir das Quiz zusätzlich visuell gestalten. Dafür lehnten wir uns an die Idee von “simpleshow” an, zeichneten passende Bilder und gestalteten ein zu der Audio-Spur passendes Video. 

3. Ergebnispräsentation

Inhalt des Quiz sind Fragen zu Irrtümern rund um die Infektion HIV. Pro Frage stehen drei Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Die Lösung und eine Begründung der richtigen Antwort schließen jede Frage ab. Das Quiz ist durch Bilder hinterlegt, die die Antwortmöglichkeiten grafisch darstellen. Diese zeichneten die Studierenden per Hand und fügten sie zu einem Film zusammen. Fragen rund um den Zustand, die Pflichten und Möglichkeiten eines HIV-Infizierten werden thematisiert. Beispielsweise wird erfragt, ob ein Aidskranker dazu verpflichtet ist, seinen Arbeitgeber über seine Krankheit zu informieren oder nicht. Wie bereits erwähnt, lehnten wir uns bei der Produktion unseres Quiz an die Kinderfernsehshow 1, 2 oder 3 und an das Video Tool simpleshow an. Da diese beiden Konzepte wichtige Ideen für unser Ergebnis lieferten, sind nachfolgend informative Hintergrundinformationen aufgeführt.

Quizshow 1, 2 oder 3

1, 2 oder 3 ist eine Quizshow, die zur Zeit im ZDFtivi, KiKA und okidoki auf ORF eins ausgestrahlt wird. Zu Anfangszeiten der Sendung wurde sie Samstagnachmittags auf ZDF gezeigt. 1, 2 oder 3 ist die erste Kindershow im deutschen Fernsehen gewesen. Das Konzept dahinter stammt von einer US-amerikanischen Sendung mit dem Namen “Runaround”. In jede Sendung wird der Schwerpunkt auf ein Thema gesetzt. Der Moderator liest Fragen und die Antwortmöglichkeiten zu diesem Thema vor und die Antworten werden zusätzlich visuell durch Comic Zeichnung dargestellt. Die teilnehmenden Kandidaten müssen sich für eine Antwortmöglichkeit entscheiden und erhalten pro richtige Antwort einen Punkt. Die korrekte Antwort wird mit den Worten: “Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht” und einem Feuerwerk verkündet. Zusätzlich sind Experten zu Gast in der Sendung, die bei komplizierten fragen, die Antworten erklären.

Simpleshow

Simpleshow ist ein erklärendes visuelles Medium. Dabei werden komplizierte Themen in einfachen Wegen ausgedrückt. Alles was dazu benötigt wird sind Stifte und Papier. Die Botschaft wird zuerst in einen leicht verständlichen Text komprimiert. Der Text wird anhand eines Storyboards visualisiert. Daraufhin werden einzelne Zeichnungen angefertigt, die zu einem Video kombiniert werden. Dazu gibt es eine moderierende Stimme aus dem Off, die den Sachverhalt erläutert. (Quelle: http://simpleshow.com/de/?gclid=CMj-9ZCln7UCFcZb3god5HAA0A)

Verschriftlichung des Ergebnisses

Ähnlich wie bei dem visuellen Medium Simpleshow benötigten wir lediglich Papier und Stifte zur Vorbereitung des Filmmaterials. Wir einigten uns darauf, die Farben schwarz und rot zu verwenden. Vor dem Dreh zeichnete jeder von uns Bilder, die die Inhalte der Fragen verdeutlichten.

 

Nachbildung "simpleshow"

Insgesamt stellten wir acht Fragen zum Thema HIV. Die Fragen und die Antwortmöglichkeiten werden im folgenden aufgeführt:

Frage 1: Ist eine HIV Infektion heute heilbar?

  1. Nein, auf keinen Fall – nach einer HIV-Prognose lebt man höchstens noch 15 Jahre.
  2. Ja, durch heutige medizinische Fortschritte kann man die Infektion recht schnell und ohne schädliche Nebeneffekte heilen.
  3. Nein, aber man kann durch Medikamenteneinnahme lange und relativ unbeschwert leben.

Richtig ist Antwortmöglichkeit Nummer 3. Heilen kann man HIV heutzutage nicht. Durch die HIV-Therapie ist die Infektion jedoch von einer tödlichen Krankheit zu einer chronischen Infektion geworden, was ein langes und lebenswertes Leben möglich macht.

Frage 2: Ist eine HIV-infizierte Person dazu verpflichtet, seinen Arbeitgeber über seine Infektion zu informieren?

  1. Man muss den Arbeitgeber nur informieren, wenn man in der Gastronomie tätig ist.
  2. Nein, da im Berufsleben kein Infektionsrisiko besteht, muss der Arbeitgeber nicht darüber informiert werden.
  3. Auf jeden Fall, weil man sonst auch Kollegen mit dem Virus anstecken kann.

Antwortmöglichkeit zwei ist richtig. HIV-infizierte Menschen können selbst entscheiden, wem sie von ihrer Infektion erzählen denn eine HIV-Infizierung ist eine persönliche Angelegenheit und man darf deswegen nicht diskriminiert werden.

Frage 3: Müssen HIV-infizierte Menschen ihrem Sexpartner/ihrer Sexpartnerin immer sagen, dass sie infiziert sind?

  1. Nein, das geht den Sexpartner nichts an.
  2. Ja klar muss man das sagen, sonst macht man sich strafbar.
  3. Nein, sie sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet.

Hier ist Antwort Nummer 3 richtig. In Deutschland gibt es kein Gesetz, das HIV-infizierte Menschen dazu verpflichtet, ihrem Sexpartner/ihrer Sexpartnerin die Infektion zu offenbaren. Menschen mit HIV müssen jedoch Maßnahmen zum Schutz des Partners treffen. Dieser Pflicht wird nachgekommen, sobald Safer-Sex-Regeln- wie zum Beispiel die Benutzung eines Kondoms- eingehalten werden.

Frage 4: Wird einer HIV-infizierten Frauen wird aufgrund des Infektionsrisikos für das Kind davon abgeraten, schwanger zu werden?

  1. Nein, man kann heute schwanger werden, weil das Risiko einer Ansteckung in Deutschland minimal ist
  2. Ja, wenn man HIV-infiziert ist, darf man auf keinen Fall schwanger werden, weil die Gefahr das Kind zu infizieren sonst zu groß wäre.
  3. Nein, das ist überhaupt kein Problem. Wieso sollte sich das Kind denn anstecken?

Hier stimmt die erste Antwort. Eine HIV-infizierte Frau kann das Virus während der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Stillen auf das Kind übertragen. Mit den heutigen Behandlungsmöglichkeiten kann das Infektionsrisiko für das Kind jedoch auf unter 1% gesenkt werden, was die Erfüllung des Kinderwunsches für HIV-positive Frauen gut ermöglicht.

Frage 5: Sollte man sich nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr sofort auf HIV testen lassen?

  1. Ja, gleich am nächsten Tag, damit man so früh wie möglich mit der Behandlung anfangen kann.
  2. Nein, nicht sofort. Aber nach einiger Zeit ist ein Test durchaus sinnvoll.
  3. Nein, denn ich könnte mich doch eh nirgends anstecken.

Richtig ist Antwort zwei. Je früher man von der HIV-Infektion weiß, desto besser ist es aus medizinischer Sicht. Dennoch sollte man nach der letzten Risikosituation mindestens 12 Wochen bis zum HIV-Test warten, da dieser nur dann ein zuverlässiges Ergebnis darüber liefern kann, ob eine Infektion erfolgt ist oder nicht.

Frage 6: Sind m alltäglichen Zusammenleben mit HIV-infizierten Menschen viele Schutzmaßnahmen einzuhalten, damit kein Infektionsrisiko besteht?

  1. Ja, man sollte sofort alles desinfizieren wenn man mit HIV-Infizierten Menschen in Kontakt kommt.
  2. Nein, man muss nur aufpassen wenn man eine gemeinsame Toilette benutzt.
  3. Nein, ein besonderer Schutz ist nie notwendig.

Richtig ist Antwort Nummer 3. Im Zusammenleben mit HIV-infizierten Menschen besteht kein erhöhtes Risiko, außer beim Geschlechtsverkehr - dort sollte man Schutzmaßnahmen einhalten.

Frage 7: Ist für den Schutz ist immer nur der HIV-Infizierte Sexpartner verantwortlich?

  1. Beim Sex sind alle gleichermaßen für den Schutz verantwortlich.
  2. Ja, es liegt in der Verantwortung des Infizierten, beide zu schützen.
  3. Als Infizierter ist man nur verantwortlich, wenn der andere nicht weiß dass man infiziert ist.

Es stimmt Antwort Nummer 1. Beim Sex gilt generell, dass jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist und an den gemeinsamen Schutz denken sollte. Zudem weiß nicht jeder HIV-infizierte Mensch von seiner Infektion, was eine Aufklärung des Partners darüber auch nicht möglich macht.

Frage 8: Sind Menschen mit HIV häufig krank und können deshalb nicht mehr arbeiten?

  1. Ja, Infizierte müssen ständig im Krankenhaus betreut werden und können so nicht mehr normal arbeiten.
  2. Nein, sie können ohne Einschränkungen und meist ohne zusätzliche Krankheitstage arbeiten.
  3. HIV-Infizierte sind öfter krank als normale Leute, aber können trotzdem ihren Beruf frei ausüben.

Alle die sich für Antwort Nummer 2 entschieden haben liegen richtig. In Deutschland ist der Großteil aller HIV-infizierter Menschen erwerbstätig. Darüber hinaus sind sie im Durchschnitt nicht häufiger krank geschrieben als andere Arbeitnehmer. Somit bedeutet eine HIV-Infektion nicht automatisch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

 

Hier nun der fertige Film zum Thema HIV: (http://service.e-learning.imb-uni-augsburg.de/files/Quiz.mp4.mp4)

 

4. Kritik

Positive Erfahrungen

Nachdem das multimediale Projekt zur HIV-Aufklärung erfolgreich umgesetzt wurde, erfolgt nun ein Rückblick auf den Entstehungsprozess des Arbeitsergebnisses. Hierbei soll auf Aspekte, die gut funktioniert haben, aber auch auf diverse Schwierigkeiten und Probleme eingegangen werden.

Besonders positiv fiel uns die Zusammenarbeit mit der HIV-Beratungsstelle Schwaben auf. Von Anfang an waren Bettina Schmidt und ihre Kollegen des AWO-Zentrums offen und sympathisch und erleichterten uns mit ihrem Entgegenkommen und ihrer Hilfsbereitschaft die Arbeit im Projekt. So lag beispielsweise zu Beginn des Projektes das Problem vor, dass wir unseren vereinbarten Termin mit der HIV-Beratungsstelle nicht einhalten konnten und kurzfristig einen anderen Termin suchen mussten. Hier reichte ein kurzes Telefonat mit Bettina aus, um einen Ausweichtermin zu finden.

Völlig reibungslos liefen auch die gemeinsamen Treffen in der Beratungsstelle ab. Im gemeinschaftlichen Diskurs konnten wir uns schnell auf ein grundlegendes Konzept einigen und hatten dann alle Freiheiten, unser Projekt selbst zu gestalten.

Auch am Ende des Projektes sprachen wir noch einmal gemeinsam unser fertiges Konzept durch und erhielten in allen Situationen die notwendige Unterstützung.

Ein weiterer Punkt, der gut funktionierte, betraf die mediale Umsetzung unserer Idee. Hatten wir uns erst einmal auf das Grundkonzept des Projektes geeinigt, konnten wir sofort mit dem Einsprechen des Audio-Teils starten. Hierbei war es sehr hilfreich, dass Isabelle Beziehungen zu Kanal C hatte und uns somit den Zugang zum Aufnahmeraum ermöglichen konnte. Und auch bei den Videoaufnahmen konnten wir von Desirées Hiwi-Stelle im Medienlabor profitieren. Uns stand ein gesonderter Raum zur Verfügung, in dem wir drehen konnten und hatten somit auch Zugriff auf sämtliche Gerätschaften.

Insgesamt war die gesamte Teamarbeit ein Erfolg - sowohl zwischen uns dreien als auch mit dem externen Partner. Wir drei haben uns bezüglich unserer Kompetenzen ebenfalls sehr gut ergänzt und konnten das Projekt schnell und erfolgreich umsetzen.

Schwierigkeiten

Neben den Aspekten, die reibungslos abliefen, traten dennoch auch einige Schwierigkeiten im Verlauf des Projekts auf. Zunächst einmal konnten wir uns aufgrund des ernsten Themas “HIV und AIDS” auf kein einheitliches Konzept einigen, was viel Zeit und Anstrengung kostete. Wir drei hielten es für sehr sinnvoll, ein Video zu unserem Thema zu drehen, um die Inhalte vor allem auch für Schüler, Jugendliche und eine eventuelle Veröffentlichung auf Youtube anschaulicher zu gestalten. Es bestand die Auflage von Bettina und ihrem Team, das Video auf jeden Fall authentisch zu gestalten und nicht künstlich nachzuspielen.Uns aber bewusst war, dass es sehr schwierig werden wird, Personen zu finden, die sich während der Beantwortung der Fragen filmen lassen. Zudem erschien es uns sehr schwierig ein zur Audio-Spur passendes und sinnvolles Video zu drehen. Aufgrund dessen standen wir lange vor der Frage, ob wir nur eine audio- oder eine audio-visuelle Darstellung wählen.

Unser anfängliches Konzept musste oft überarbeitet werden. Nach einigen Diskussionen und intensiven Gruppenüberlegungen kamen wir erst nach einigen Wochen zu einem Entschluss - sowohl im Bezug auf das Format, als auch auf die Frage, ob Audio oder Video: Das Quiz sollte als Video im Format 1, 2 oder 3 (siehe Punkt 2) erstellen werden. Aus dieser Erfahrung können wir allen nachfolgenden Projektgruppen nur dazu raten, von Anfang an ein genaues Konzept zu entwickeln. Dadurch kann einiges an Unklarheit und überflüssiger Arbeit vermieden werden.

In dieser Phase der Projektplanung bestand eine weitere Schwierigkeit. Wir konnten uns zwar immer auf die HIV-Beratung verlassen und hielten häufig mit ihnen Rücksprache, hätten uns aber in dieser Zeit eine klare Entscheidung von ihnen gewünscht. Bettina versicherte uns immer, dass sie in unsere Fähigkeiten vertraue und wir unser Konzept nach unserem eigenen Belieben gestalten können - das half uns allerdings bei der Planung des Projekts nicht weiter. Wir fühlten uns nicht in der Lage zu entscheiden, ob eine Audio- oder Videoproduktion sinnvoller für das ZAS Schwaben ist. So erarbeiteten wir unser eigenes Konzept und hofften darauf, dass Bettina und ihre Kollegen unserer Idee zustimmen würden und das Ergebnis den bestmöglichen Nutzen für die Präventionsarbeit bietet. In diesem Punkt waren wir also gänzlich auf uns allein gestellt und hätten uns klare Vorgaben gewünscht.

Eine letzte Schwierigkeit, die bei der Umsetzung des Projekts auftrat, entstand in den letzten Zügen der Post Produktion des Films. Unsere Idee war es, das Quiz mit einer passenden Quiz-Musik zu unterlegen, damit der Quiz-Charakter besser zum Vorschein kommt. Das Problem bei der Musikauswahl besteht darin, dass es sich um GEMA-freie Musik handeln muss, weil das Video auch auf Youtube und der Homepage des ZAS veröffentlicht werden sollte. Um eine GEMA-freie Musik zu finden, hat Desirée mit einem Mitarbeiter des Medienlabors gesprochen, der ihr angeboten hat, die Musik des Archivs des Medienlabors zu verwenden. Nachdem das Quiz mit passender Musik unterlegt und fertiggestellt war, kam die bittere Erkenntnis, dass zwei Musikstücke, die benutzt wurden, in der Zwischenzeit nicht mehr als GEMA-frei eingestuft sind. Wir haben daraufhin Bettina Schmidt geschrieben und ihr das Problem erläutert. Ihre Reaktion war sehr entgegenkommend. Sie hat uns vorgeschlagen das von uns erstellte Video nur für die Prävention zu benutzen und für eine Veröffentlichung GEMA-freie Musikstücke zu kaufen und einzubinden. Da teilweise die Musik unter der gesprochenen Tonspur des Quiz liegt, ist es aber ohne ein entsprechendes Schnittprogramm nicht so einfach die Musikstücke auszutauschen. Aufgrund dessen haben wir uns noch einmal hingesetzt und Musikstücke ausgesucht, die mit Sicherheit GEMA-frei sind und diese in das Video integriert. Somit haben wir das Musikproblem gelöst. Es stehen dem ZAS nun zwei Versionen zur Verfügung: Eine mit einer optimalen Musik für die Prävention und eine etwas abgespeckte Version mit GEMA-freier Musik für Veröffentlichungen. Wir raten deshalb allen die eine Video mit Musik erstellen, genau zu prüfen, ob die verwendete Musik GEMA-frei ist und es somit veröffentlicht werden kann. Dadurch kann einiges an Ärger erspart bleiben.

5. Weiterführende Projektideen

Die eigentliche Intention der AWO-Zentrums für Aidsarbeit Schwaben bestand darin, die größten HIV-Irrtümer heutzutage aufzuklären und mit Vorurteilen in der Bevölkerung aufzuräumen. Ursprünglich war daher geplant, Menschen auf den Straßen Augsburgs zu ihren Meinungen über die häufigsten Irrtümer zu befragen und die Antworten dann richtig zu stellen. Mit unserem Quiz haben wir uns nun an eine junge, moderne Zielgruppe angepasst, die durch den lockeren Umgang mit der Thematik leichter angesprochen werden soll. Um dieses Quiz allerdings sinnvoll zu gestalten, konnten wir die Antworten der Menschen auf den Straßen nicht verwenden, da sie alle zu ähnlich waren und wir so keine drei Antwortoptionen herausfiltern konnten. Dennoch ist das Rohmaterial unserer Gruppe beim ZAS hinterlegt und kann so von einer nachfolgenden Projektgruppe leicht weiterverwendet, geschnitten oder durch neue Meinungen ergänzt werden.

Es wäre beispielsweise möglich, eine Coverstory zu dem Thema auszuarbeiten und die Antworten der Menschen selbst in Form eines Podcasts zu Wort kommen zu lassen. Eine weitere Alternative wäre die Umsetzung einer Art Talkshow zu dem Thema “HIV früher und heute”, in der ein Moderator durch die Argumente der Befragten führt.

Alles in Allem ist die Ausarbeitung des Rohmaterials auf viele verschiedene Arten möglich und kann durch eine kreative Idee ganz leicht ein weiteres mediales Projekt entwickelt werden, das dem ZAS bei der HIV-Aufklärung hilft.