PC Crashkurs für Erwerbslose Sommersemester 2012 (Diakonie Arbeitslosenzentrum)

Projektwiki PC-Crashkurs

 Das Projekt PC-Crashkurs wurde im Rahmen des Projektseminars Service Learning  im Medienbereich der Universität Augsburg initiiert. Vom Leiter des Arbeitslosenzentrums des Diakonischen Werks Augsburg e.V. Lorenz Ludwig und dem Medienlabor der Universität Augsburg initiiert, wurde das Projekt von Antonia Antonova und Angelika Belozer, zwei Studentinnen der Universität Augsburg  im Fach Medien und Kommunikation unter Betreuung durch den verantwortlichen Dozenten Philip Meyer und den Leiter des Arbeitslosenzentrums  Lorenz Ludwig konzipiert, organisiert, beworben und durchgeführt. Die benötigte Räumlichkeit wurde kostenfrei vom  Evangelischen Forum Annahof zur Verfügung gestellt. Als zuständige Person für   kirchengemeindebezogene Fortbildung und Projekte, war Sigrid Zimmermann als Ansprechpartnerin und Betreuerin des PC-Crashkurs seitens des Evangelischen Forums tätig. Die Durchführung des Projekts fand am 26. und 30 Juli, sowie dem 2. August 2012 jeweils von 9 bis 13 Uhr statt. An jeder Sitzung waren sechs bis zehn Erwerbslose in der Altersgruppe der über 55-Jährigen beteiligt.

 

1. Inhaltliche Schwerpunkte des Kurses

 Das Hauptziel der ersten Sitzung bestand in der Vermittlung grundlegender Operationen und Befehle, wie dem Ein- und Ausschalten des Computers, dem Starten der Programme, dem Erstellen von Ordnern und Dateien etc. Auch wichtiges Wissen über Hardwarekomponenten, wie z.B. zum Umgang mit der Maus oder Tastatur stand im Vordergrund. Dabei wurde vor allem das Ziel verfolgt, den Teilnehmern einen Grundsatz an Fähigkeiten für folgende Sitzungen und mögliche zukünftige Kontakte mit dem Computer anzueignen.

In der zweiten Sitzung wurden die für das Formatieren von Texten wichtigsten Symbole und Funktionen von Microsoft Word vorgestellt. Das Erstellen, Öffnen und Speichern von Dateien, das Verändern der Schriftart, -größe und –farbe, das Hervorheben von Texten oder Formatieren von Absätzen gehörten zu inhaltlichen Schwerpunkten der Sitzung. Die Format-Vorgaben zu formalen Briefen wurden anhand eines Musterbriefes in Form eines Arbeitsblatts erläutert.

Das Thema der dritten Sitzung lautete „Grundlagen des Umgangs mit dem Internet“. Im Laufe der Unterrichtseinheit wurden wichtige Begriffe wie Browser oder WLAN geklärt. Ein weiterer wichtiger Punkt war der Umgang mit Suchmaschinen. Mithilfe der Suchmaschine Google wurden Strategien zur Präzisierung der Suchanfragen erläutert und unter persönlicher Betreuung angewendet. Anschließend folgte ein Gespräch über Gefahren und Potentiale des Internets sowie Regeln, die beachtet werden müssen, um die Nutzung des World Wide Webs möglichst sicher zu gestalten.

Oben genannte Informationen wurden sowohl anhand von Vorträgen und Powerpointpräsentationen vermittelt. Sogleich wurde das Wissen unter persönlicher Betreuung anhand von Übungsaufgaben vertieft. Zudem bekamen die Teilnehmer mehrere Arbeitsblätter mit teilweise detaillierten Beschreibungen wichtigster Informationen, die als Unterstützung bei Kontakten außerhalb des Kurses dienen.

 

2. Ziele des „Service“

 Durch die Teilnahme am Projekt „PC-Crashkurs“ soll die adressierte Zielgruppe der Erwerbslosen in der Altersgruppe der über 50-Jährigen mit wenig bis keiner Erfahrung im Umgang mit dem Computer und Internet Kompetenzen in folgenden Bereichen erwerben bzw. weiterentwickeln:

 

a) Grundlegende Computerkenntnisse

Die Klärung grundlegender Begriffe, die Demonstration bzw. Präsentation gängigster Operationen sowie die betreute Auseinandersetzung mit wichtigsten Software- und Hardwarekomponenten ermöglichen die Aneignung von Grundkenntnissen im Bereich der Computertechnik.

 

b) Risikobewusstsein

Die Aufklärung über Gefahren und Potentiale des Internets soll einerseits das Interesse  an diesem Medium wecken, andererseits aber einen risiko- und verantwortungsbewusstem Umgang mit dem World Wide Web fördern.

c) Behördenkorrespondenz

Durch den besonderen Fokus auf die Funktionsweise der Textverarbeitungssoftware Microsoft Word und die Formatierung von formalen Briefen soll die notwendige alltägliche Korrespondenz der Teilnehmenden mit den Behörden vereinfacht werden.

 

d) Jobsuche und Bewerbung

Durch das Erklären der Funktionsweise von Suchmaschinen und die Vermittlung von Grundlagen der Textformatierung in Microsoft Word, soll der Prozess der Stellensuche in Zeiten der Internet-Jobbörsen und Online-Bewerbungen für die Teilnehmer des Kurses transparenter gemacht werden.

 

e) Lernen in der Gruppe

Da die Gruppen gemäß ihren bereits vorhandenen Computerkenntnissen gebildet werden, ist es möglich bei den Teilnehmern ein Gefühl von Gruppenzugehörigkeit hervorzurufen und ihnen die Scheu vor unangemessenen Fragen zu nehmen. Dadurch soll der maximale Lernerfolg erzielt werden.

 

 

3. Ziele des „Learning“

 Im Rahmen des Projekts „PC-Crashkurs“ sollten die verantwortlichen Studierenden Fachkompetenzen in folgenden Bereichen erlangen bzw. vertiefen:

 

a) Konzeption

Durch die weitgehend eigenhändige Selektion von Inhalten und Themenschwerpunkten, sowie durch  die selbstständige Erstellung des Unterrichtsmaterials und der Übungsaufgaben sollen Fachkompetenzen im Bereich Konzeption eines Projekts gefördert werden.

 

b) Organisation

Die eigenständige Beschaffung der Räumlichkeit und der für die Durchführung des Projekts notwendigen Ausstattung, die Suche nach weiteren Kooperationspartnern, das Lösen technischer Probleme sowie die Festlegung von Fristen und Terminen unterstützen die Herausbildung fachlicher Kompetenzen im Bereich Organisation.

 

c) Öffentlichkeitsarbeit

Die Bewerbung des Projekts ist entscheidend für dessen erfolgreiche Durchführung. Somit liegt das Verfassen einer Pressemitteilung, die Kontaktaufnahme zu Vertretern der Presse, und die Gestaltung von Anmeldebögen im Zuständigkeitsbereich der verantwortlichen Studierenden. Dadurch sollen diese Kompetenzen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit erlangen.

 

d) Präsentation von Inhalten

Durch das Vortragen und Präsentieren der Inhalte in geeigneter Weise vertieft die Erfahrung der Studenten mit der Durchführung von Projekten. Entscheidend ist hierbei die Fähigkeit der Vortragenden mit dem Publikum zu interagieren, auf dessen Wünsche und Fähigkeiten einzugehen.

 

e) Problem- und Konfliktlösung

Das Lösen möglicher Konflikte mit oder innerhalb der Gruppe soll die Konfliktlösungskompetenz der Studierenden fördern. Ferner fördert das Auftreten möglicher technischer, zeitlicher, persönlicher u.ä. Probleme die Flexibilität der Verantwortlichen im Umgang mit Problemen.

 

f) Soziales Bewusstsein

Die Zusammenarbeit mit wohltätigen Organisationen und einer benachteiligten sozialen Gruppe soll das soziale Bewusstsein der teilnehmenden Studierenden verstärken und ihre Aufmerksamkeit auf die Situation von Menschen anderer Altersgruppen und anderer sozialer Status lenken.

 

4. Lob, Kritik und Anregungen

 

Die Teilnehmer des „PC-Crashkurs“ zeigten sich nach der Durchführung des Projekts zufrieden. Bei einem Großteil der Teilnehmer konnten nach eigenen Angaben die Berührungsängste  mit dem Computer verringert werden. Einigen konnte bei spezifischen Problemen geholfen werden. Alle Teilnehmer äußerten den Wunsch ihre Wissen im Bereich Computer und Internet weiter zu vertiefen und zu diesem Zweck nochmals an einem derartigen Kurs teilzunehmen.

Der Aspekt der Jobsuche und Bewerbung musste bei der Durchführung vernachlässigt werden, da sich die Teilnehmer hauptsächlich für den Unterhaltungswert des Computers und des Internets interessierten. Allerdings wurde versucht diesen Aspekt durch Erstellung vom Informationsmaterial für die selbstständige Bearbeitung außerhalb des Kurses auszugleichen.

Bei möglichen zukünftigen Durchführungen analoger Projekte soll vor allem auf die Absicherung gegenüber technischen Problemen geachtet werden. Bei der Konzeption des Unterrichtsmaterials ist es notwendig, die Inhalte auf das Wesentliche zu beschränken und deren Umfang möglichst gering zu halten. Die Vortragenden müssen sich darauf einstellen auf Sachverhalte, die ihnen selbstverständlich und einfach erscheinen (beispielsweise den Links-, Rechts- oder Doppelklick mit der Maus oder Anwendung von Tastenkombinationen) mehrmals und sehr detailliert einzugehen.

Erfahrungsgemäß ist auch ein autoritärer Ton im Umgang mit den Teilnehmenden zu vermeiden, da dieser bei dem großen Altersunterschied zwischen den Teilnehmern und den Vortragenden zu Konflikten führen kann. Ein freundlicher, lockerer und respektvoller Ton sorgt für eine angenehme Atmosphäre während der Sitzungen und beeinflusst die Lernbereitschaft der Teilnehmenden dieser Altersgruppe auf positive Art und Weise.

 

 

5. Externe Links

http://annahof-evangelisch.de

http://www.diakonie-augsburg.de