6.5 Service Learning als unerfüllte Hoffnung

Ein weiteres Problem bei der Durchführung von Service Learning ist die zeitliche Einsatzdauer, die meist sehr kurz ausfällt. Akteure wie soziale Träger müssen erst Angebote schaffen, um den Service einigermaßen nutzenstiftend in ihre Abläufe integrieren zu können. Das kostet den Einrichtungen Zeit und Aufwand, die in andere Projekte investiert vielleicht bessere Ergebnisse liefern könnten, z. B bei der Arbeit mit dauerhaften freiwilligen Helfern.

Weiterhin sind die Praxiseinsätze oftmals so kurz angelegt, dass Lernende bestenfalls einmal in andere Realitäten „reinschnuppern“, ohne dass es für sie und ihre Klienten zu einer nachhaltigen Lernerfahrung und einem Wissenszuwachs kommt. Auf emotionaler Ebene kann sich die Kurzfristigkeit nachteilig auf die Entwicklung einer gemeinsamen Vertrauensbasis auswirken. Eby (1998, S.5) berichtet von teils traumatischen Auswirkungen, wenn Service Learning Partnerschaften zu schnell und abrupt enden. Die Wahrnehmung von Beziehungen als fragile und kurzlebige Konstruktionen wird somit verstärkt. Service Empfänger berichten häufig, dass sie Beziehungen vorwiegend als temporär empfinden. Andauernde und stabile Beziehungen sind selten Teil ihrer Erfahrungswelt.

Auch in unserem gern gewählten Beispiel, dem Bildungspatenprogramm an der Universität Nürnberg-Erlangen gibt es Verbesserungsmöglichkeiten, die im folgenden Video angesprochen werden.