1.4 Akteure im Service Learning

Dieses Kapitel beantwortet die Frage nach dem „Wer?“. Viele verschiedene Partner sind typischerweise in Service-Learning-Projekten involviert. Dargestellt wird, wer sie sind, welche Rollen und Aufgaben ihnen zuteilwerden und welche Motive sie leiten. Viele der hier genannten Aspekte werden auch noch ausführlicher in den folgenden Kapiteln zu den unterschiedlichen Service Learning Phasen besprochen.

Wer Akteure im Service Learning sein können, zeigt das folgende Video anhand des Bildungspaten-Programms an der Universität Nürnberg-Erlangen auf.

 

Die folgenden Abschnitte sind nach denkbaren beteiligten Institutionen und ihren Akteuren gegliedert und orientieren sich dabei an Seifert & Zentner (2010, S. 5). Die Akteure werden in dieser Gliederung den Einrichtungen zugeteilt, denen sie von ihrer (Haupt-) Beschäftigung her zugehören. Dadurch wird aber keine Aussage über den tatsächlichen Ort der Service-Handlungen getroffen: Lernende werden folglich nicht nur an ihrer (Hoch-)Schule den Service durchführen, sondern möglicherweise auch zum Service-Partner oder einer ganz anderen Örtlichkeit wechseln. Umgekehrt kann es natürlich auch sein, dass der Klient für den Service an die Örtlichkeit der (Hoch-)Schule der Lernenden kommt. Daneben wäre es beispielsweise denkbar, dass ein Lehrender ‚seine‘ Lernenden an den Partner-Einrichtungen besuchen könnte, um sich ein Bild von ihrer Arbeit und dem Umgang mit den Klienten zu machen. Weitere Beispiele (auch für andere Akteure) wären denkbar.

Die in diesem Text dargestellte Abgrenzung der Aufgabenbereiche ist in der Praxis aufgrund der Verzahnung der Projektpartner mit vielen Überschneidungen versehen. Dies ist ein durchaus begrüßenswerter Effekt, denn durch die dadurch entstehende Notwendigkeit zur Absprache wird die Zusammenarbeit und Koordination der Beteiligten begünstigt. Abbildung 5 illustriert diese enge Verbindung zwischen den im Folgenden näher beschriebenen Akteuren. Des Weiteren ist zu beachten, dass nicht immer alle Akteure tatsächlich beteiligt sein müssen, denn ein Service könnte zum Beispiel auch ohne Klienten eine Tätigkeit in der Natur in Kombination mit dem Biologieunterricht beinhalten (Beispiele siehe unter „Klienten“). Es ist ebenso möglich, dass Akteure mehrere Rollen übernehmen – so wie beim Bildungspatenprogramm der Universität Erlangen-Nürnberg: Die Lehrer der Klienten in der Berufsgrundausbildungsjahr (BGA)-Klasse wären nach der hier vorgenommenen Aufteilung sowohl Mitarbeiter der Partner-Einrichtung als auch - neben dem zuständigen Professor – Hochschul-Lehrende für die Studierenden. Abweichungen von den hier vorgestellten Rollen führen also nicht unweigerlich dazu, dass es sich nicht mehr um Service Learning Projekte handelt. Auf das gerade beschriebene Beispiel des Bildungspatenprogramms in Nürnberg wird im folgenden Text häufiger eingegangen werden, um die Schilderungen durch Beispiele aus der Praxis zu illustrieren. Hierzu gibt es auch einige auf der Online-Plattform abrufbare Videos. 

Abb. 5. Akteure im Service-Learning

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