1.1.2 Definitionen von Service Learning

Für Service Learning gibt es keine einheitliche Definition. Laut Sliwka und Frank (2004, S.11) ist es als Lernform vor allem durch „das Zusammenspiel zwischen einer handlungsorientierten und einer reflexionsorientierten pädagogischen Ebene“ gekennzeichnet. Seifert und Zentner (2010) sehen es als „Unterrichtsmethode“ an, die eine Verbindung zwischen fachlichem Lernen und gesellschaftlichem Engagement darstellt. Im Gegensatz zur Freiwilligenarbeit nimmt die Verknüpfung mit Lerninhalten und Lernprozessen an der Bildungsinstitution in den meisten Definitionen im deutschsprachigen Raum einen zentralen Stellenwert ein (Seifert & Zentner, 2010, Sliwka und Frank, 2004, Hochschulnetzwerk, 2012). In wie weit neben der Reflexion und dem Lernen durch Handeln auch die Unterweisung durch Lehrende eine Rolle spielt, unterscheidet sich je nach Definition. In der Variante des Hochschulnetzwerks (2012) kommt es als Teil von Service Learning vor, welches dort nicht nur Lern- sondern auch „Lehrstrategie“ ist.

Auch bezüglich des Engagements existieren verschiedene Spielarten der Methode. Begrifflichkeiten wie „gesellschaftliches Engagement“ (Seifert und Zentner, 2010, S. 23) „bürgerschaftliches Engagement“ (Hochschulnetzwerk, 2012), „gemeinnütziges“ Engagement (Kreikebaum, 2012) oder auch „soziales, ökologisches und kulturelles Engagement“ (Sporer, 2012) stehen im Raum. Neben dem praxisorientierten Service Learning, bei dem der „direkte Kontakt mit Menschen und ihren Bedürfnissen“ im Vordergrund steht, gibt es nach dem Verständnis von Kreikebaum (2012) auch das ebenso gemeinnützige wissensbasierte Service Learning. Dieses beinhaltet, dass Studierende mit Unternehmensführungen, Einrichtungsleitungen oder CSR1 -Abteilungen kooperieren und dabei konzeptionelle und Management-orientierte Projekte durchführen (vgl. ebd., 2012). Offen bleibt hierbei, ob profit-orientierte Projekte ohne Gemeinwohlorientierung, deren Gewinn jedoch für einen gemeinnützigen Zweck gespendet wird, auch gewissermaßen als rein finanzielles Service Learning gelten können. Auch Campus-Initiativen im kulturellen Bereich, wie beispielsweise eine Studentenzeitschrift, fallen zum Teil unter Service Learning (siehe Sporer, 2012). Die Gemeinschaft, die von den Diensten profitiert, ist dabei auf den Kontext der Universität konzentriert, weshalb der Gedanke von Campus-Community Partnerships bzw. Transdisziplinarität hier eine weniger große Rolle spielt.

Im folgenden Video stellt Christopher Große, ehemaliger Projektleiter der Studentenzeitschrift an der Universität Augsburg das Projekt vor:

Viele der gemeinnützigen studentischen Projekte haben einen externen Partner als Unterstützer (siehe Kapitel Akteure der Unterstützung), der es ihnen ermöglicht, mehr Breitenwirkung zu erlangen.

  1. 1. CSR: Corporate Social Responsibility