Didaktisches Konzept

Das Online-Seminar bietet verschiedene Modi der Teilnahme,
die sich in Hinblick auf das Konzept und die Lernziele unterscheiden:

Ein Modus ist die rein virtuelle Teilnahme. Hauptbestandteil hierbei ist der Studientext, der in kontinuierlichem Selbststudium über das Semester bearbeitet wird. Dieser Studientext enthält neben den eigentlichen Inhalten auch Videos, welche zur Veranschaulichung der Lerninhalte dienen. Zudem werden verschiedene Aufgaben bearbeitet, einige davon in Partnerarbeit. Die Aufgaben dienen dazu, die durch den Studientext vermittelten Inhalte praktisch einzuüben und eigenständige Lösungsstrategien für typische Problemfelder zu entwickeln. Die Aufgaben werden zu den dokumentierten Fristen durch die Lehrenden gestellt (siehe Punkt 6) und gefeedbackt bzw. benotet. Zudem enthalten die Aufgaben Reflexionsanteile, die den Studierenden dabei helfen, sich über ihre Handlungsweisen klar zu werden und sie aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ein weiteres wesentliches Element der Aufgaben ist der eingebettete Peer-Review Prozess: Damit sollen die Studierenden lernen, eine andere Perspektive einzunehmen und die Arbeit der Kommilitonen zu bewerten. Der Dozent steht per Skype und auf der Plattform zur Verfügung und bietet eine regelmäßige Sprechstunde an. Die Aufgaben und der Studientext orientieren sich am tatsächlichen Ablauf eines Service Learning Projekts. Die einzelnen Kapitel bauen sichtbar aufeinander auf und ermöglichen einen konstruktiven Lernprozess. Die Betreuung erfolgt rein virtuell, d.h. es gibt kein Präsenztreffen am Anfang oder Ende. Eine Warm-Up-Aufgabe dient vor der eigentlichen Aufgabenbearbeitung dazu, sich in die Lernumgebung einzufinden, die virtuelle Arbeit auszuprobieren und erste Fragen zu klären. Das Erlernen des Umgangs mit virtuellen Lernumgebungen ist ein essentielles Lernziel des Kurses. Um für die Bearbeitung der Partneraufgaben dennoch die Option zu gemeinsamen face-2-face Treffen zu haben, empfehlen wir den Studierenden zudem, dass sie ihren Arbeitspartner an der gleichen Hochschule suchen sollten. Zusammenfassend sind die drei Hauptlernziele im rein virtuellen Kurs

  • theoretisches und praktisches Wissen über Service Learning zu erwerben
  • sich über den Bezug von Service Learning zum eigenen Studium klar zu werden
  • den Umgang mit neuen Medien zur Kommunikation und Kollaboration im Service Learning zu lernen

Darüber hinaus ist die Teilnahme am Kurs auch inklusive eines Praxiseinsatzes in einer sozialen Einrichtung möglich. Der Praxiseinsatz erfolgt in Kleingruppen in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partnern, die jedes Semester neu organisiert werden. Im Kurs steht zuerst das konkrete Handlungswissen zur Methode des Service Learning im Vordergrund. Die Studierenden durchleben selbst die verschiedenen Phasen des Service Learning (Planung/Durchführung/Reflexion/Abschluss) und werden dabei durch den Lehrtext sowie die Tutoren unterstützt. Während des Einsatzes reflektieren sie in einem Tagebuch, wobei sich Tandempartner aus unterschiedlichen Städten Feedback auf die Einträge geben. Die Arbeit erfolgt selbständig, die Studierenden geben ihr Wissen an die Klienten weiter und lernen selbst neue Dinge dazu. Nach Beendigung des Praxiseinsatzes erstellen und präsentieren die Studierenden vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen in den Praxisgruppen eigene Konzepte für Service Learning Didaktik. Dies geschieht in einem Service-Learning-Wiki, das eine gemeinsame Gruppenreflexion vorsieht sowie die Übertragung der Erfahrungen auf ein didaktisches/organisatorisches Konzept. Die Studierenden lernen vor allem:

  • durch den Kontakt mit Klienten in den Projekten soziale und persönliche Kompetenzen herauszubilden
  • theoretisches und praktisches Wissen über Service Learning zu erwerben
  • In Teamarbeit vor Ort und im Internet kollaborativ Probleme und Aufgaben zu lösen

An der FAU Nürnberg-Erlangen wird der Kurs zusätzlich zur virtuellen Variante auch als Blended-Learning-Variante mit Praxiseinsatz (nur Wintersemester) angeboten: Durch die Kooperation mit einer Berufsschule können Studierende der Wirtschafts- und Berufspädagogik die erworbenen Kenntnisse zur methodisch-didaktischen Planung und Durchführung von Service Learning in der Praxis erproben. Sie begleiten für ein Semester einen Schüler bzw. eine Schülerin des Berufsgrundausbildungsjahr (BGJ) als eine Art Mentor und Coach. Ziel ist es dabei, die fachliche und soziale Ausbildungsreife der Schüler und Schülerinnen zu fördern, deren Berufsorientierung zu schärfen und im Idealfall einen Ausbildungsplatz für den Schüler bzw. die Schülerin zu gewinnen. Die Studierende profitieren hingegen durch das handlungsorientierte Lernen in authentischen Situationen.